Gedanken zum Tierschutz: Der "Spontankauf" endet oft als Käfigelend
(H.G.) Vor der unüberlegten Anschaffung eines Käfigtieres kann man nur warnen, denn oft folgen nach einem "Spontankauf" die ersten Probleme in bezug auf Pflege, Zähmung oder Unterbringung während der Ferienzeit. Der Kaufpreis mancher Heimtiere ist relativ gering, so daß Kinder dies von ihrem Taschengeld bezahlen können. Aber wie sieht es dann finanziell mit der Anschaffung von „artgerechten Käfig“, Zubehör und Futter aus? Hier muß dann mangels Geld gespart und die Billigversion eines Tierkäfigs gekauft werden. Diese sind viel zu klein und geben dem Tier keinerlei Lebensqualität.
In der Heimtierhaltung möglichst tiergerechte Lebensbedingungen zu schaffen, erfordert ein umfangreiches Wissen über die Haltung, Pflege und Bedürfnisse der Tiere und genügend Geld für eine gesunde Ernährung und Behausung sowie viel Zeit für eine intensive Beschäftigung.
In der Praxis sieht es allerdings leider oft ganz anders aus: es werden zu kleine Käfige gekauft und die Ansprüche und Gewohnheiten bei der Einrichtung der Behausung kaum berücksichtigt. Die Folgen sind unzufriedene, kranke, unumgängliche Tiere, die schließlich die Zuwendung ihrer menschlichen Benutzer (aufgrund der vom Menschen verursachten Probleme) ganz verlieren.
Das im Fachhandel angebotene Zubehör für die Heimtierhaltung bietet in der überwiegenden Mehrheit keine artgerechten Käfige. Aus "verkaufstechnischen" Gründen müssen sie billig sein, denn wer will schon 70 - 80 Euro für einen Käfig ausgeben, wenn der Hamster nur 5 Euro kostet? Kleine Mietwohnungen bieten wenig Platz, so sind "Minimalstkäfige" das gängige Bild in der Hamsterhaltung. Und das angebotene Zubehör entspricht in den wenigsten Fällen den artverbundenen Bedürfnissen der Tiere.
Ein Beispiel: die Entwicklung in der Hamsterzucht hat immer größere Exemplare hervorgerufen, aber die Laufrädchen haben diese Entwicklung nicht mitgemacht und sind für diese "Großhamster" viel zu klein. Die Tiere können nicht in gestreckter und gerader Körperhaltung ihrem enormen Laufbedürfniss nachkommen, sie müssen mit hochgestrecktem Köpfchen in unbequemer, krankmachenden Haltung darin laufen. 3-4 cm mehr Umfang der Laufrädchen könnten da schon Abhilfe schaffen.
Falsche Käfige, falscher Käfigstandort, falsche Käfigeinrichtungen und falsche Sozialstruktur im Käfig ergeben das "normale" Bild in der Kleintierhaltung. Und wie sehen die Folgen aus? Die Tiere leben unter Streß und leiden daher eher an Infektionen, weil ihr Immunsystem durch die permanente Streßsituation geschwächt wird. Sie werden durch die Enge und den Platzmangel aggressiv, beißen und zeigen Verhaltensstörungen. Der frischgebackene Tierbesitzer, der ja nur das Beste für sein Tier wollte, verliert schnell die Freude und das Interesse an diesem "unbrauchbaren" Kleintieren. So werden sie weiter verschenkt (aber wer nimmt schon einen bissigen Hamster?), ins Tierheim gebracht oder im schlimmsten Fall gar ausgesetzt, was laut Tierschutzgesetz verboten ist.
Wie aber kann diese Situation geändert und
verbessert werden?
Es muß seitens des Gesetzgebers mehr Druck auf die Hersteller in der
Kleintierbranche, insbesondere auf die Käfighersteller, gemacht werden.
Freiwillig und nur zum Wohl der Tiere werden diese kaum ihre Entwicklung und
Produktion zu Gunsten der Tiere umstellen. Es müssen für die unterschiedlichen
Tierarten Käfige mit entsprechend nötigem Mindestmaß gefordert werden. Doch
auch die richtige Aufklärung und Information in Fragen der Kleintierhaltung an
den zukünftigen Tierbesitzer ist nötig. Nicht nur der Verkauf eines Tieres
sollte einer Zoohandlung wichtig sein, sondern auch die umfassende Beratung und
das Angebot an sinnvollem Zubehör.
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Bitte beachten Sie vor dem Kauf eines Kleintieres u. a.: |
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