Wellensittiche leben in zu kleinen Käfigen!

(H.G.) Der überwiegende Teil der Wellensittiche lebt in viel zu kleinen Käfigen. Wird ihnen kein Freiflug gewährt, verkümmern sie, werden zu dick und haben daher nur eine sehr kurze Lebenserwartung. Das Mindestmaß für einen Käfig sollte 100 cm  x  50 cm  x  50 cm betragen. Für die Sitzstangen nimmt man am besten fünf bis sechs Naturholzäste, z.B. von Kastanien, Eichen oder Obstbäumen, der Durchmesser sollte etwa zwei Zentimeter betragen. An den Ästen kann der Wellensittich knabbern, seinen Schnabel und seine Krallen wetzen, Plastikstangen dagegen sind nicht geeignet. Eine Schaukel darf im Käfig sein, und ein Fressnapf für Körner, ein Napf für Gemüse oder Obst und einer für Wasser. Ein kleines Badehäuschen sollte ebenfalls vorhanden sein, und eine Sepiaschale oder ein Kalkstein. Der Boden wird mit Vogelsand ausgestreut. Selbst bei  einem größeren Käfig, sollte der Vogel täglich fliegen dürfen um gesund zu bleiben.

Unsere Wellis in ihrer neuen Voliere.Wer seinen Wellensittich möglichst artgerecht und vor allen Dingen gesund halten und pflegen möchte, sollte sich umfangreiche Literatur besorgen, um so die Bedürfnisse dieser Vögel genau kennenzulernen. Ebenso gibt es Fachzeitschriften, worin über die neuesten Erkenntnisse zur Haltung dieser beliebten Stubenvögel informiert wird. Der Wellensittich (Melopsittacus undulatus) ist eine Unterart der Papageien. Seine natürliche Heimat ist die Steppe in Zentralaustralien. Dort lebt er in Schwärmen entlang wasserführender Flüsse. Männchen haben eine blaue Nasenhaut, Weibchen eine bräunliche. Ursprünglich ist das Gefieder grün, und das Gesicht gelb. Der Vogel mißt etwa 16 - 18 cm und wiegt 30 - 40 g. Die Lebenserwartung des kleinen Vogels liegt bei etwa 12 Jahren. Seine Nahrung besteht aus den Samen der Gräser. Wellensittiche sind geschickte Flieger und können mit 150 Bildern pro Sekunde sehr gut sehen. Sie haben außerdem ein sehr gutes Gehör, da sie sich untereinander mit vielen, kaum zu unterscheidenden Geräuschen über weite Strecken verständigen.

Bevor man sich einen oder mehrere Wellensittiche zulegt, sollte man sich über die Bedürfnisse der kleinen Papageien im Klaren sein. Zum einen kann der Vogel bis ca. 12 Jahre alt werden. Sie sind also für eine lange Zeit verantwortlich für das Wohlergehen des Tieres. Da der Wellensittich ein Schwarmvogel ist, sollte man ihn nicht alleine halten, da selbst der fürsorglichste Mensch nur ein Ersatzfreund sein kann.

Wie wir zu Kai-Uwe kamen:

Es war gerade Feierabend und ich ging zum Fenster meines Büros, um es zu schließen. Da guckte mich von der äußeren Fensterbank mit Knopfaugen ein Kanarienvogel an. Ich dachte, das kann doch nicht wahr sein! Sofort stürzte ich zum Telefon und rief meine Freundin Heike an, in der Hoffnung, daß sie noch im Büro ist. Sie ging dran und ich sagte: "Schnell, Heike, komm hoch, hier oben sitzt ein Kanarienvogel!". Sie kam sofort - mitdenkend wie immer mit einem Pappkarton in der Hand - in mein Büro in den ersten Stock und hat ihn sich angesehen. Er saß einfach da und guckte von draussen nach drinnen.

Was tun? Wir räumten also in Zeitlupentempo meine Pflanzen von der Fensterbank und schlossen erst einmal das Fenster von Kipp auf ganz zu. Vorsicht war geboten, wir wollten schließlich nicht, daß er sich erschreckt und davonfliegt! Erstaunlicherweise blieb er auch sitzen, als wir das Fenster ganz öffneten. Wie bekommen wir jetzt nun den Vogel ins Büro rein?  Nach kurzem Grübeln verschwand Heike um die Ecke in das Nebenbüro, kletterte dort aus dem Fenster und erschreckte den Vogel, so daß er in mein Büro flog. Ich schloß schleunigst das Fenster und konnte ihn ganz einfach einfangen, weil er das Fenster hoch- und runterflog. Da stand ich nun mit dem kleinen Piepmatz in der Hand und komischerweise verhielt er sich relativ ruhig.

Heike kam wieder in mein Büro gewetzt und wir legten den Vogel vorsichtig in den Pappkarton. Danach trat er die Fahrt ins Little Animal Home an, wo er heute mit Leonhard - seinem Gefährten - munter und glücklich in der Voliere mit den Wellensittichen sitzt. Leonhard bekamen wir von einer Hobbyzüchterin geschenkt, damit Kai-Uwe nicht alleine ist - DANKE BARBARA!!! :-)

 

Die knallgelbe Elvira

Eines Tages erhielt ich einen Anruf, ob wir noch ein Plätzchen für eine verwitwete Wellensittichdame hätten. Der Partner wäre verstorben und es fehle durch den Beruf die Zeit, sich intensiv um die zwei Wellis zu kümmern.

Ich sagte die Aufnahme zu und so wurde Elvira, eine knallgelbe Wellensittichdame in meinem Büro in Köln abgegeben. Von dort aus nahm ich sie mit nach Hause. Sie lebte sich schnell in unsere Wellischar ein, und ihre Besitzerin hat netterweise eine Patenschaft für ihr Vögelchen übernommen. (2. Halbjahr 2003)