Teichimpressionen - unsere Wasserschildkröten



Die Wasserschildkröten leben bei uns in einem ca. 150 qm großen Naturteich, d. h. auf dem Boden befindet sich keine Folie. So können wir die Tiere im Winter im Teich belassen, sie vergraben sich für ihre Winterruhe im Schlamm ein.

Eine
Familie brachte uns im Sommer 99 diese kleine verkrüppelte Wasserschildkröte.
Sie haben sie mitten auf einer Straße gefunden und hofften, daß wir sie
aufnehmen würden, da sie selber das Tier nicht behalten konnten. Natürlich
waren wir erst einmal über die verstümmelten Hinterbeinchen sehr erschrocken.
Doch bei genauerer Untersuchung stellten wir fest, daß er mit dieser
Verkrüppelung schon längere Zeit leben mußte. Unsere anfänglichen Bedenken,
ob er in unserem großen Naturteich mit solch einer Behinderung zurecht kam,
erwiesen sich als absolut hinfällig. Nachdem wir ihn dorthin eingesetzt hatten,
paddelte er sofort ganz munter los. Er war wohl sehr froh, wieder in seinem
naßen Element zu sein.
Die
kommenden Tage beobachteten wir ihn besonders intensiv, doch er kam zu jeder
Fütterung heran geschwommen. Mit den anderen Wasserschildkröten gab es
untereinander ebenfalls keine Schwierigkeiten. Unsere Befürchtung, daß unser
kleines Krüppelchen vielleicht gejagt werden würde, blieben unbegründet. Nun
hoffen wir, daß er auch die Freilandüberwinterung in unserem großen
Naturteich gut überstehen wird.

Insgesamt
haben wir im Jahr 1999 zwölf Wasserschildkröten bekommen. Auch hier besteht
ein großer Abgabebedarf, da die Tiere meist in der Größe von 5 - 10 cm
angeschafft werden und innerhalb kürzester Zeit um das doppelte heranwachsen.
Das Aquarium wird schnell zu klein und für ein größeres Becken ist oft kein
Platz vorhanden. Wasserschildkröten verursachen sehr viel Arbeit, so verliert
der Mensch schnell die Lust an diesen Tieren und setzt sie häufig in
Freilandteichen aus.
![]() nicht zu sehen, aber trotzdem da: unsere Wasserschildkröten in ihrem Element |
![]() |
Mäxchen macht Sorgen (März 2005)
Im August kam die kleine Schildkröte Mäxchen zu uns ins Tierheim, die Besitzerin suchte für ihn ein artgerechtes Zuhause und wurde über einen Tierarzt an uns verwiesen. So zog Mäxchen bei uns ein und genoss nach reiner Wohnungshaltung seine ersten Stunden bei herrlichem Sonnenschein in unserem Garten.
Da er noch recht jung war, kam er in unsere "Kindergruppe", die spezielle Haltungsbedingungen benötigen. Er lebte sich gut ein, fraß ordentlich und nahm stetig an Gewicht zu. Doch eines Tages nach Weihnachten zeigte er ganz plötzlich starke Atemgeräusche und Bläschenbildung an der Nase. Das war ein eindeutiger Hinweis auf eine Erkältung oder Lungenentzündung. Aber wie kommt Mäxchen an eine Lungenentzündung? Die Schildkröten stehen in einem warmen Raum, haben täglich über mehrer Stunden eine UV Lampe zur ausreichenden Vitamin D Versorgung und zusätzlich eine Heizmatte. Landschildkröten gehören zu den Kaltblütern, daher ist eine medikamentöse Behandlung anders einzusetzen und zu bewerten wie bei Warmblütern, deren Stoffwechsel arbeit auf ganz andere Weise. Nachdem ich einen entsprechenden Therapieplan zusammengestellt und angewendet hatte, hat sich Mäxchen nach wenigen Tagen wieder vollständig erholt. Die Bläschenbildung verschwand genauso wie die starken Atemgeräusche und sein Appetit nahm wieder zu. Nach zwei Wochen hatte er seinen durch die Krankheit erlittenen Gewichtsverlust wieder aufgeholt. Ich war sehr froh, das es so gut ausgeheilt ist, denn bei Schildkröten ist eine Behandlung nicht immer erfolgsversprechend.
Nur eines kann ich absolut nicht verstehen: seine ehemalige Besitzerin hat sich nie wieder bei uns gemeldet, dabei war ihr die Zukunft ihrer kleinen Schildkrötchenmännchens so wichtig.
Die Wasserschildkröte im Quarktöpfchen (2. Halbjahr 2003)
In der Nachbarschaft meiner Eltern ist bekannt, dass wir ein Tierheim haben und Kleintiere aufnehmen. So stand eines Tages jemand vor ihrer Wohnungstür und hat in einem leeren, mit einem Papiertuch ausgelegten Quarktöpfchen eine
Wasserschildkröte abgegeben. Sie war gerade mal so groß wie eine 1 Euromünze. Wir sind eigentlich nicht auf die Aufnahme von
Wasserschildkröten für die Wohnungshaltung ausgerichtet, so dass wir eine Unterbringungsmöglichkeit erst mal kurzfristig
improvisieren mussten.
Es fand sich noch ein halbwegs dichtes Aquarium und ein Heizstab, so das das kleine Wasserschildkrötenbaby aus seinem Quarktöpfchen in ein Wasserbecken umziehen konnte. Trotz aller Bemühungen bzgl. des Futterangebotes wollte sie nicht fressen, ihr Gewicht sank von anfänglich 14 auf 12 Gramm. Ich setzte mich mit Wasserschildkrötenfachleuten in Verbindung und bekam den Rat, wenn eine Erkrankung auszuschließen sei, unbedingt einen Artgenossen dazu zusetzen, das würde die kleine Kröte aufleben lassen und zum Fressen animieren. Also besorgt ich einen Artgenossen und ...... sie fing in Gesellschaft wieder an, Futter aufzunehmen.
Mittlerweile haben wir eine optimale Unterbring für die beiden Wasserschildkröten angeschafft, ein größeres Aquarium mit Pumpe, Filter und einer entsprechenden UV-Lampe. Die beiden entwickeln sich prima, werden schon richtig zutraulich wenn es Futter gibt und das Gewicht nimmt stetig zu. Im Sommer werden sie ein abgesichertes
Freilandbecken bekommen, denn in den Teich können sie dann noch nicht, weil sie noch zu klein sind. Die unerwartete Aufnahme dieser kleinen Wasserschildkröte hat uns Unkosten in Höhe von ca. 120 Euro verursacht. Doch diese Ausgaben war dringend nötig, um der kleine Wasserschildkröte Lebensbedingungen zu schaffen, die ihren Lebenswillen wieder geweckt und gestärkt haben.