Rattenhaltung - bitte ein bisschen mehr Verständnis für die Ratten

(H.G.)
Leider findet die Rattenhaltung in unserer Gesellschaft noch recht wenig Verständnis, doch wer diese zutraulichen, anhänglichen und verschmusten Tiere
einmal kennengelernt hat, kann diese weit verbreitete Ablehnung keineswegs mehr
verstehen. Und so ist es auch mir ergangen. Als ich unsere ersten Ratten aus
Lindlar abholte, wusste ich noch nicht sehr viel über diese Tiere, allerdings
empfand ich nie irgendeinen Ekel vor ihnen. Anfänglich waren „Bienchen“ und
„Sissi“ recht scheu und ängstlich in ihrem neuen Zuhause.
Nach ein paar Tagen Eingewöhnungszeit nahm ich
sie aus ihrem Käfig und machte mich mit ihnen vertraut. Innerhalb weniger Tage
wurden sie sehr zutraulich und wir (mein Mann genauso
wie ich selbst) möchten sie nicht mehr missen. So haben wir abends beim
Fernsehen (wenn ich dazu mal Zeit habe) jeder eine Ratte auf oder unter dem
T-Shirt und sie fühlen sich in dieser Höhle „pudelwohl“. Mit kleinen
Leckereien (die wir uns Menschen ja auch beim Fernsehen gönnen) genießen sie
den nahen Kontakt mit uns und bleiben stundenlang ruhig und zufrieden bei uns
sitzen. Nun beherbergen wir noch eine zweite Rattengruppe, eine Mama mit ihren
fünf Töchtern. Hier ist die Bindung der Tiere untereinander größer als zu
uns Menschen, was tierisch gesehen ja auch sehr verständlich und richtig ist.
Trotzdem sind alle Tiere handzahm, lassen sich ebenfalls gern herumtragen
(auch in den Garten!) und sind sehr lieb und schmusig.
Das
Wort Ratte erzeugt bei den meisten Menschen die Assoziation: Pest, Dreck,
Schmutz, Ekel, usw. Für die Farbratten ist dies eine völlig unfaire und
falsche Beurteilung, sie haben nichts mit der Wanderratte gemeinsam. Es sind
sehr saubere Tiere (vorausgesetzt der Mensch hält ihren Käfig rein) und sehr
sozial zu ihren Artgenossen.
Die
Großfamilienstruktur (das verträgliche gemeinsame Leben) macht die Ratte zu
einem idealen Heimtier. Wenn die Ratte ihren Menschen als „Mitratte“
anerkannt hat, wird sie ihn auch so behandeln: sie wird ihn nie beißen, wird
nie wie ein Hund ihr Futter verteidigen, sie wird nie versuchen die
Oberratte zu werden. Sie wird gerne den unmittelbaren Körperkontakt zu
ihrem Menschen suchen, ohne befürchten zu müssen, dass die Ratte beißt, im
Gegenteil; sie liebt die distanzlose Nähe zu ihrem Menschen. Und umgekehrt
sollte es ebenso sein!


Das ideale Rattenheim
Als überaus praktisch hat sich die Zweckentfremdung einer Vogelvoliere zu einem luxuriösen Rattenheim erwiesen. Zwei große Türöffnungen erleichtern die Pflege und Sauberhaltung des Geheges.

Insgesamt gibt es vier Etagen und eine Hängematte. Die Holzböden haben sich jedoch als unpraktisches Zubehör gezeigt, da die Ratten nicht immer ihr Klöchen benutzen, sondern auch ihr Pipi auf die gesamte Inneneinrichtung verteilen. So haben wir das Holz gegen dicke Kunststoffplatten ausgetauscht und sind damit wieder einen weiteren Schritt zur hygienischeren Rattenhaltung vorgedrungen.
Diese
kalten und harten Kunststoffplatten werden mit mehreren Handtüchern umwickelt,
so dass unsere kleinen Rattenmädchen sich dort richtig gemütlich
hineinkuscheln können. Dabei werden allerdings, je nach Bedarf, dicke
Einstiegslöcher hineingefressen, so ist die Lebensdauer unserer Handtücher auf
nur wenige Wochen beschränkt ist (daher haben wir immer einen großen Bedarf an
alten Handtüchern!). Einmal pro Woche ist eine Maschine Rattenwäsche angesagt,
denn wenn die Tücher nicht regelmäßig ausgewechselt werden, können diese
liebenswerten Nager einen strengen Geruch erzeugen. Aber, wenn Ratten stinken,
liegt es immer an ihrem Menschen, der sie nicht ihren Bedürfnissen nach
ausreichend pflegt und sauber hält!
Es
ist eigentlich sehr traurig, dass diese überaus intelligenten und anhänglichen
Tiere so einen schlechten Ruf haben. Als unsere ersten beiden Ratten bei uns
einzogen, hatten wir noch keine Ahnung wie das Leben mit Ratten ist. Doch Sissy
und Bienchen haben vom ersten Tag an unser Herz im Sturm erobert. So etwas
liebes und verschmustes hatten wir gar nicht erwartet. Bienchen wollte am
liebsten den ganzen Tag mit mir herumgetragen werden. Dafür habe ich mir eigens
ein kleines Säckchen angeschafft, das ich mir mit einem Band um den Hals
gehängt habe. Nun konnte Bienchen nach Bedarf auf meiner Schulter sitzen oder
sich in dem Säckchen zurück ziehen. Leider leben die beiden nicht mehr, die
typischen Rattenerkrankungen Tumor und Lungenabszess setzten ihrem Leben ein
viel zu frühes Ende. Aber vergessen werden wir unsere beiden liebenswerten
"Einstiegsratten" niemals.

| Geschichten unserer Notfall-Ratten |
Februar 2001 |
Seit ca. einem Jahr arbeiten wir im Rahmen des Tierschutzes gerne mit dem Verein VdRD (Verein der Rattenliebhaber Deutschland) zusammen. Dieser Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, bundesweit Ratten in Not zu helfen. Da diese Rettungsaktionen immer sehr viele Tiere auf einmal beschert, werden dringend Aufnahmeplätze für diese Ratten gesucht.
Zum überwiegenden Teil handelt es sich dabei um schwangere Weibchen und deren Nachwuchs die zu uns ins Little Animal Home kommen. Die Muttis bleiben meist bei uns aber die Babys müssen wir vermitteln, da diese Menge an Tieren nicht mehr aufgenommen werden kann. Wir wollen die Plätze wirklich nur für Nottiere freihalten und die Babys sind gut vermittelbar, die Muttis dagegen sind oft bissig und schon älter, so das sie kaum Vermittlungschancen haben. Sie sollen ihr restliches Leben in Ruhe in unseren Rudeln verbringen.
Notfall in München:
Im Sommer 2000 wurden in der Nähe von München in einem Schrebergartengelände
ca. 100 bis 150 Farbratten entdeckt. Irgendjemand hatte wohl vor Monaten ein
einige Pärchen ausgesetzt, die sich nun in dieser Menge vermehrt hatten. Die
umliegenden Tierheime und Mitglieder des VdRD starteten tagelange Fangaktionen,
so das fast alle Tiere gefunden wurden. Zu uns kamen aus dieser Aktion drei
ältere kastrierte Böckchen und eine Mutti mit vier Babys. Einer der Böckchen,
unser Bazi, hatte die Kastration wohl nicht gut überstanden und leidet seit dem
an einer Hinterbeinlähme. Trotz dieser Behinderung hat er in unserem
Mädchenrudel acht Monate gelebt. Wir haben die Einrichtung der Voliere für ihn
extra „behinderten gerecht“ eingerichtet: die Trinkflasche tief angehängt,
dicke Frottehandtücher hineingelegt auf denen er sich gut fortbewegen konnte
und extra flache Futterschalen verwendet. Ich denke das unser Batzi mit seiner
Behinderung noch einige schöne Monate bei uns hatte und sich in seinem Harem
sehr wohlfühlte. Er ist an einem Wochenende im Januar an Herzversagen friedlich
eingeschlafen.

Anna-Lena ist als dreibeiniges Krüppelchen zu uns gekommen.
Sie ist absolut liebenswert, zutraulich und sehr neugierig.
Notfall in Berlin:
An einem Freitagabend im August erhielt ich einen Anruf von einem VdRD Mitglied
aus Berlin, ob wir noch Platz für schwangere Weibchen hätten. In Berlin wäre
ein großer Notfall und sie sucht dringend Aufnahmeplätze. Natürlich sagte ich
sofort zu und so kamen am nächsten Abend, es ergab sich zufällig aus Berlin
eine Transportmöglichkeit, zwei schwangere Mamas und zwei kleine Mädchen zu
uns ins Little Animal Home. Am 19.9. hatten wir dann 16 Babys bekommen die wir
bis auf Albert, ein kleines scheues Böckchen, alle gut vermitteln konnten.
Nachfolgend der Situationsbericht aus Berlin:
Etwa 80 Ratten befanden sich in Kaninchenkäfigen die seit Wochen nicht mehr gereinigt worden waren. Die Tiere saßen auf 10 cm hohen, übelst stickendem Mist. Unter jedem Haus ergoss sich ein Schwall Ratten. Um in diese Häuser zu gelangen, von denen man nur noch das Dach sah, hatten sich die armen Tiere Gänge durch ihre eigenen Ausscheidungen gegraben. Es gab keine Wasserflaschen, das Futter lag einfach auf dem Mistboden verstreut. Hier war schnellste Hilfe nötig! Es wurden 58 Weibchen, teils schwanger oder mit säugenden Welpen aus diesen katastrophalen Verhältnissen gerettet.
Eine Anzeige beim Veterinäramt verlief wie sooft wieder einmal ohne Erfolg; sie ist trotz eines Tierarztberichtes über den Gesundheitszustand der Ratten und Fotos in der Schulbade des Amtveterinärs verschwunden! Es sind ja bloß hässlich, eklige Ratten, da kümmert man sich sowieso besser nicht drum.
Die zwei kleinen Mädchen Roxi und Pandi und das kleinste Baby, unser Würmchen, leben in unserem Altdamen-Rudel und werden bei uns bleiben.
Notfall am Bodensee
Eine Familie mit drei Kindern im bayerischen Landkreis Lindau hat jahrelang in
einem Haus voller Müll mit mehr als 150 Meerschweinchen, Ratten und anderen
Tieren zusammen gelebt. Das Gesundheitsamt ließ das Haus am 2. 2. 2001 wegen
Infektionsgefahr durch die Polizei und das Veterinäramt räumen. Die Zimmer des
ehemaligen Bauernhofs seien teilweise bis zu einem halben Meter hoch mit Müll
und Tierkot gefüllt gewesen. Die Mutter hatte sich geweigert, das Haus zu
verlassen, sie wurde in ein Krankenhaus gebracht. Das Haus ist dermaßen
verdreckt, dass nicht alle Tiere eingefangen werden konnten, weil man ihrer
nicht habhaft wurde vor lauter Dreck. Es werden also bis jetzt täglich die
aufgestellten Lebendfallen kontrolliert und es kommen immer neue Tiere dazu. Aus
dieser Aktion stehen zur Zeit noch viele Käfige mit Ratten im Tierheim. Diese
Notfallratten kamen am 22.Februar nach Rösrath zu uns ins Tierheim. Einen Teil
der Babyratten haben wir in gute Hände vermitteln können, ein älteres Tier
ist bei uns geblieben.
Vorurteile!
Leider besteht heute immer noch das Vorurteil, dass die Ratte die Pest
verursacht hat. Doch dies entspricht nicht der Wahrheit: die Pest wurde über
den mit dem Pesterreger infizierten Rattenfloh übertragen, niemals über die
Ratte selber. Die Schuld an der verheerenden Verbreitung dieser Seuche lag in
erster Linie an den unhygienischen Verhältnissen, in denen die Menschen zu der
damaligen Zeit lebten. Also trug der Mensch ein großen Anteil der Schuld am „schwarzen
Tod“ selber.
Die Ratten, die wir heute in vielen Farbschlägen in Zoohandlungen erhalten, haben ihren Ursprung in der Entwicklung der Labortiere. Alle heutigen Farbratten stammen von diesen Laborratten ab, die in den vergangenen Jahren zu hunderthausenden für die Krebsforschung gezüchtet und „geopfert“ wurden.
Nicht alle Tierliebhaber können sich für die Ratte als Heimtier begeistern, oft ist der lange nackte Schwanz Grund für den Ekel vor diesen Tieren. Doch inzwischen haben diese liebenswerten, anhänglichen und intelligenten Tiere viele Liebhaber gefunden, die Freude an der Haltung von und den Umgang mit Ratten haben.
Rattengeschichten aus dem Jahr 2002
8 kleine Findlinge
An einem Samstag im September erhielten wir einen Anruf, dass in der Nähe von Kürten der Hund eines Spaziergängers am Feldrand acht winzige, kleine Rattenbabys gefunden hatte. Sie lagen eng zusammengekuschelt in einem Tonschuh und waren völlig ausgehungert und verängstigt.
Verängstigt kuscheln sich die kleinen Rattenbabys aneinander
Junge Leute brachten sie zu uns und nahmen eines der kleinen Mädchen mit, sie sollte mit zwei anderen jüngeren Rattenweibchen vergesellschaftet werden. Die restlichen 7 Babys haben wir sofort nach Geschlecht getrennt, um weiterem Nachwuchs keine Chance zu geben. Die Tiere waren völlig abgemagert, man konnte die Rippen sehen und es war ein Wunder, dass sie die bereits recht kalten Nächte ohne Erkältung überstanden hatten. Ich habe ihnen einen warmen Milchbrei aus Milupamilchpulver und Haferflocken gemacht, den sie sofort gierig gefressen haben. Die Kleinen hatten bald ein kugelrundes dickes Bäuchlein und die Strapazen des Aussetzens waren schnell vergessen. Von Tag zu Tag wurden sie munterer und vorwitziger, der Babykäfig musste bald gegen einen größeren Käfig mit Abenteuerspielplatz umgetauscht werden, um ihren enormen Spieltrieb befriedigen zu können.
Gierig stürzen sich die kleinen hungrigen Rattenbaby auf den Kartoffelbrei
Die vier Jungs habe ich kurze Zeit später in ein sehr liebes, rattenerfahrenes Zuhause vermittelt, dort sind sie zu einem älteren Bock gekommen, der aus Altersgründen seine Brüder verloren hatte und nun alleine war. Er hat die Kleinen direkt adoptiert und die "Vaterrolle" übernommen. Die Mädels sind einige Zeit später ebenfalls vermittelt worden und haben ein schönes Zuhause bei einem jungen Mädchen gefunden.
... und wieder mal ausgesetzt ....
Im Dezember bemerkten Spaziergänger in einem Waldstück im Bergischen Land eine Rattenmutti mit 6 Kindern. Sie hatte sich dort bereits einen richtigen Rattenbau gegraben und der Förster hatte sie sogar mit Futter versorgt. Mitarbeiter des
Tierheims Wipperfürth haben in tagelanger, mühevoller Grabarbeit die Mutti mit ihren Kindern einfangen können, sie hatten den Frost in den Erdröhren gut überstanden und waren gesund. Die Weibchen holte einige Tage später eine gute Bekannte zu sich nach Hause und nun saßen die drei Jungs noch im Tierheim. Sie waren durch diese
"Wildfangaktion" sehr, sehr scheu und ängstlich, da sie am längsten draußen ohne die Mutti waren. Die Vermittlung solch schwieriger Ratten ist leider recht
aussichtslos, und die Kleinen sollten, nachdem was sie durchgemacht hatten, nicht monatelang im Tierheim sitzen. So haben wir uns Weihnachten spontan entschlossen, die drei Kleinen
"Weihnachtsmänner" bei uns aufzunehmen.
Benny legte bei der Zusammenführung gleich seinen Kopf auf Balthasar, darunter liegt Kaspar und links ist Melchior
So habe ich Melchior, Kasper und Balthasar am 1. Weihnachtstag im Tierheim abgeholt und zu unseren Uraltopis Benny und Bruno gesetzt. Die kleinen Burschen haben sich sofort an die alten Herren gekuschelt und wurden auch gleich freundlich
akzeptiert. Nach der Zusammenführung haben wir sie gemeinsam in den neuen Käfig, ein UNI-Dom Modul gesetzt, ein sehr praktisch durchdachter Rattenkäfig. Wir haben ihn ganz neu für unsere Rattis zu Weihnachten angeschafft und sind begeistert vom Handling dieser Käfige. Hier haben echte Rattenliebhaber, Rosi und Dieter Martin aus Stockach, für die Heimtierratten eine wunderbare Unterkunft entwickelt, in denen sich die Ratten sehr wohl fühlen.
Kaspar versteckt sich noch immer unter Bruno während Balthasar schon vorwitzig in die Gegend schaut mit Benny als Schutz
Die Firma UNI-Blech hat uns in Zusammenarbeit mit Familie Martin einen UNI-Dom als Spende für unsere Tierheim
zukommen lassen, an dieser Stelle nochmals einen riesigen Dank für diese großzügige Unterstützung. Den zweiten UNI-Dom; den wir Weihnachten unseren Rattis geschenkt haben, konnten wir zum Teil mit den Spenden von unserem Mitgliedertreffen im Juni 2002 finanzieren.
Unser UNI-Dom als 2er Modul
Insgesamt haben wir nun für unsere Rattis drei Zweiermodule, können also 6 Gruppen beherbergen. Durch die großen Türen und glatte Beschichtung der Böden und Wände ist eine einfache und schnelle Reinigung möglich. Schwierige Tiere können besser gehändelt werden und die Tiere haben schöne große Laufflächen zur Verfügung. *
| Ein Katzenbaum für unsere Ratten |
Januar 2002 |
Da wir uns immer wieder Gedanken machen, wie wir unseren Rattenrudeln noch mehr Abwechslung und Beschäftigung bieten können, kam mir eines Tages die Idee, einen Katzenbaum anzuschaffen, auf dem sie so richtig schön herumklettern und sich in der Höhle verstecken können. Dank des Internets und ebay konnte ich einen Baum als Neuware günstig ersteigern. Noch am selben Tag, als die Post ihn per Paket brachte, habe ich ihn zusammengebaut und mit Handtüchern ausgelegt. Die Ratten waren begeistert und nun tollen sie über alle Etagen, bunkern Leckereien in der Höhle und schlafen in der Rolle. Selbst wenn unsere Katze Lissy in der Höhle liegt, lassen sie sich nicht abhalten, dort mit ihr zusammen hinein zu klettern.
| Laborratten vor Vergasen gerettet |
Februar 2003 |
Im Februar 2002 hatten wir zum zweiten Mal die Möglichkeit, aus einem Versuchlabor im Süddeutschraum 23 winzig kleine Rattenbabys vor dem Tod durch Vergasen retten zu können. Dieses Labor benötigt für seine Versuche nur die männlichen Tiere, die Weibchen werden im Alter von drei Wochen entsprechend
"entsorgt". Die kleinen Babys werden bei uns nach ihrer Ankunft noch zwei Wochen mit Alete- und Milupababybrei aufgepäppelt, bevor wir sie in liebvolle, rattenerfahrene Hände weitervermitteln.
Erwartungsvoll blicken die kleine Rattenbabys aus ihrer Transportkiste.
| 20 Ratten aus dem Tierheim Trier |
April 2003 |
Am 11. April haben wir von dem Tierheim in Trier 20 Ratten zur Vermittlung bei uns aufgenommen, da dort ein Notfall von über 60 Tieren vorlag. Da es in der Eifel nicht so viele Rattenfreunde gibt, wollten wir gerne bei der Vermittlung der Tiere behilflich sein. Leider waren es fast alles Albinos, die schwer zu vermitteln waren. Trotzdem haben wir liebe Rattenfreunde gefunden, an die wir einige Tiere vermitteln konnten.
Dieser junge Rattenmann fühlte sich in der Kapuze seiner neuen Besitzerin gleich sehr wohl. Es war Liebe auf den ersten Blick bei den beiden. Bei uns leben jetzt noch 4 Mädels aus dem Trierer Notfall, die nun auch bei uns bleiben werden und im Rudelverband bereits integriert wurden.
| Und noch ein Fundtier... |
August 2003 |
In diesem Jahr gab es so viele Fundtiere wie noch nie im Little Animal Home. Es ist ja auch so praktisch, den unbequem lästig gewordenen Hausgenossen einfach
auszusetzen.. sein ungewisses Schicksal, das in den meisten Fällen den Tod bedeutet, spielt dabei keine Rolle.
So wurde im August im Tierheim Kürten eine weiße Fundratte abgegeben. Wir holten sie gleich am nächsten Tag zu uns, und haben sie in unser achtköpfiges Damenrudel ohne Probleme integriert, nun lebt sie einem unserer UNI-Doms Rattengehege. Sie ist sehr lieb und zutraulich, daher kann ich nicht verstehen, wie man so ein liebenswertes Tier einfach Aussetzen und
seinem Schicksal überlassen kann. Ein weißes Tiere ist in der Natur eine leichte Beute für Raubtiere und –vögel.
Die Fundratte fühlt sich im Rudel wohl
| Mal wieder eine Fundratte |
November 2003 |
Am
1. November war es mal wieder soweit, eine agoutifarbene Fundratte wurde bei uns abgegeben. Sie hatte 6 wunderschöne kleine Babys dabei, ca. 1 Woche alt.
Wir nannten die Mama Sarina und sie wurde im Laufe der nächsten Tage recht freundlich und zugänglich. Für die Babys hatten wir ein schönes Zuhause gefunden, aber die Mama sollte bei uns bleiben. So zogen die Babys am Nikolaustag zu ihren neuen Familien und Sarina in eines unserer Rattenrudel.
| Und noch eine Fundratte.. |
2. Halbjahr 2003 |
Bei dieser einen Fundratte im Herbst blieb es nicht, so kam eines Tages Ralf zu uns, ein scheuer bissiger Rattenbock.
Angeblich hatte wurde er in Köln an einer Bushaltestelle gefunden und in einer Tierarztpraxis abgegeben. Nach der Kastration sollte er in eine Gruppe vermittelt werden, aber es fand sich niemand, der diesen etwas schwierigen Rattenbock haben wollte. Als bei uns angefragt wurde, ob wir noch ein Plätzchen für ihn hätten, er wäre so allein in der Arztpraxis, hab ich gleich zugesagt ihn zu nehmen.
In einem unserer Damenrudel sollte er ein endgültiges Zuhause finden. Lisa, die Chefin des Rudels hat ihn gleich in seine Schranken verwiesen, er durfte nicht in die obere Etage der Voliere zu den anderen Mädels. Aber die Mädels gingen zu Ralf in die untere Etage ;-) (2. Halbjahr 2003)
| Das Ratten"weibchen" aus dem Tierheim |
In einem benachbarten Tierheim saß schon seit mehreren Wochen eine einzelne Ratte. Da mir das Tier leid tat, beschloss ich, sie bei uns aufzunehmen und in eines unserer Rudel zu integrieren. Telefonisch fragte ich an, ob es ein Männchen oder
Weibchen wäre, es sei ein Weibchen sagte man mir, und ich freute mich darüber, denn so wurde das Vergesellschaften einfacher und es würden keine kostspieligen Kastrationskosten anfallen. So fuhr ich mit meinem Transportkörbchen zu dem Tierheim um die Ratte endlich aus ihrer Einzelhaltung zu erlösen. Aber als ich die Ratte sah, handelte es sich unübersehbar um einen, zwar großen aber viel zu dünnen, Rattenbock!
Lucky ist ein recht großer und hübscher Rattenbock aber viel zu dünn
Ich machte die Tierpflegerin auf diesen Irrtum aufmerksam und sie war sehr erstaunt... dass es kein Weibchen war! Natürlich nahm ich die Ratte mit, war mir aber bewusst, dass nun doch die Kastrationskosten anstehen würden. Zu Hause angekommen, bekam Lucky erst mal einen schönen, gemütlich eingerichteten Käfig und eine große Portion spezielles Rattenfutter. Am Abend gab es noch eine Ration Reis mit Frischkäse, Lucky hatte großen Hunger und war lange Zeit nur mit Fressen beschäftigt.
Lucky liebt es hinter den Öhrchen gekrault zu werden
Er ließ sich auch lieb anfassen, nur nicht gerne in die Hand nehmen, da hatte er wohl schlechte Erfahrungen. Bevor er kastriert werden konnte, musste er erst mal an Gewicht zunehmen um die Folgen der Kastration gut zu überstehen. Mittlerweile wurde er operiert und lebt nun glücklich, dick und rund, mit acht Weibchen in einem Rudel bei uns.