|
Florian lebt nicht mehr.... |
November 2004 |
Florian kam im Juni 1989 mit vier weiteren Geschwisterchen bei uns zur Welt, wir hatten unwissentlich eine
schwangere Katzendame vom Tierschutz bekommen. Wir haben ihn dann im Alter von 10 Wochen mit seinem
Schwesterchen Frieda schweren Herzens vermittelt. Damals dachten wir noch 7 Katzen wären
zuviel.... heute würden wir niemals wieder ein Katzenbaby hergeben! Leider haben wir uns in der Person, der wir die beiden gutgläubig anvertraut hatten, sehr getäuscht. Sie ließ die Katzen nicht rechtzeitig kastrieren und kümmerte sich recht wenig um die Tiere. Bevor wir uns entschlossen, die beiden zurück zu nehmen, passierte leider ein tragischer Unfall, bei dem unsere kleine Frieda ums Leben kam. Als Florian wieder bei uns einzog, lebten seine Schwester Tessy und Lea bei uns. Die drei Katzen haben sich sehr gut verstanden und Florian lebte sich schnell bei uns ein, aber er blieb sein Leben lang ein schüchterner Freigänger.
Leider erkrankte er im Alter von 12 Jahren an einer Schilddrüsenüberfunktion, die wir mit täglicher Tablettengabe einige Jahre gut in den Griff bekommen konnten. Dann kam eine
Krebserkrankung an der Bauchspeicheldrüse hinzu ... und wir mussten nun mit dem
Gedanken leben, dass für Florian keine Heilung mehr möglich war. Die letzten Monate seines Lebens verwöhnten wir ihn mit seinen Lieblingsspeisen:
gekochten Fisch, gebratener Hühnerleber, Rinderfilet und Scheibenkäse. Er nahm immer mehr ab, der Krebs zehrte an seiner Substanz. Aber er hatte keine Schmerzen und lebte sein Leben als Freigänger in gewohntem Stil.
In den Wintermonaten kam er nun nachts zum Schlafen ins Haus, das war für ihn sehr ungewöhnlich, denn er mochte es nie länger als eine Stunde im Haus
eingesperrt zu sein. Das waren die ersten Zeichen, dass es ihm offensichtlich schlechter ging. Eines Abends Ende April kam er nicht wie gewohnt nach Hause und mich beschlich eine
furchtbare Angst. Den ganzen Tag hat er auf seinem Lieblingsplatz, einem Kissen auf der Hollywoodschaukel, in der Sonne gelegen und geschlafen. Er hatte von morgens an noch nichts gefressen, alle Lieblingsspeisen rührte er an diesem Tag nicht mehr an. Stephan und ich haben dann beschlossen, wenn er auch am Abend nichts zu sich nehmen sollte, ihn am nächsten einschläfern zu lassen.
Florian hat durch seine Krankheit sehr abgenommen und schläft nun Nachts im Haus, was er früher nie wollte.
Spät abends lief ich im Dunkeln mit der Taschenlampe im Garten umher, suchte überall nach ihm und rief immer wieder seinen Namen, aber ich konnte ihn nirgends finden. Um 22.00 Uhr klingelte meine Nachbarin und sagte, sie habe Florian auf dem Feldweg liegen sehen...
Ich bin sofort losgerannt und fand ihn völlig apathisch und unterkühlt mitten auf dem Weg kauernd. Ich nahm ihn in den Arm und ging zurück mit dem
Bewusstsein, dass ich einen sterbenden Kater nach Hause trug.
Ich setzte mich mit ihm auf das Sofa und schaukelte ihn in meinen Armen als ob ich ihn damit wieder wach
bekommen könnte .... aber er war schon kurz vor dem Eingang über die Regenbrücke.
Wenige Minuten später verstarb mein geliebter Florian in meinen Armen, er ist ganz ruhig und friedlich eingeschlafen.
|
Klein-Lara kommt ins Haus |
November 2004 |
Dass Tod und Leben oft sehr dicht beieinander liegen, erzählt die nächste Geschichte. Meine Bekannte, die von Florians Tod wusste, schickte mir
wenige Tage später per e-mail ein Bild von einem winzigem kleinen Katzenbaby. Zuerst dachte ich ganz spontan, wie kommt sie an ein Babybild von Florian, aber dann begriff ich, das konnte natürlich nicht Florian sein, obwohl die Ähnlichkeit verblüffend war.
So sah ich Lara das erste Mal auf einem Bild
Dieses kleine, winzige Etwas auf diesem Bild wurde einfach in einem Garten ausgesetzt und seinem Schicksal über lassen. Tierfreunde hatten es gefunden
und zu einer Katzenhilfsstation gebracht. Nun suchte man dringend ein neues Zuhause und meine Bekannte erinnert sich an Florian Tod und wollte uns die Kleine als Trost geben.
Eigentlich war es für mich und meine Mann viel zu früh, wir hatten seinen Tod noch lange nicht überwunden, aber dieses kleine winzige Wesen brauchte doch so dringend ein liebevolles Zuhause...
Die Kleine war höchstens 4 Wochen alt, als sie eines Sonntagnachmittags bei uns eintraf. Wir waren schon sehr
gespannt darauf, wie unsere älteren Katzen, vor allem der eigenwillige Leo auf die Kleine reagierten. Jedoch hatten wir nicht mit so einem unverschämt großen Selbstbewusstsein bei diesem kleinen Katzenbaby gerechnet, sie kam, sah und siegte. Besser könnte man ihren Einzug bei uns nicht beschreiben. Sie lag schon am selben Abend dicht
angekuschelt an Louis, tobte mit Liroy durchs Wohnzimmer und klaute Leo ein Stück Schinken aus seinem Maul. Die Kleine kannte keine Angst oder Scheu und ließ sich nichts gefallen. Kein noch so kräftiges Fauchen der Großen konnte sie einschüchtern oder in die Flucht jagen.
Schon am ersten Abend schläft Lara bei Louis
So wuchs die kleine selbstbewusste Maus ohne große Probleme in unserem neunköpfigen Katzenrudel auf. Die älteren Katzen schätzen ihre Nähe nicht besonders, das hat sie auch schnell gelernt und hält sich von ihnen fern.
Aber sie liebt es mit ihrem "großen Bruder" Liroy zu spielen.
Diesen wilden Spielattacken fielen leider auch einige Dekorationsstücke zum Opfer, wenn wieder wild und ungestüm über Tisch und Bänke getobt wurden. Aber wir haben viel Freude sie bei den Tobereiein zu beobachten, gerne wird "ich versteck mich hinterm Vorhang – such mich" gespielt. Lara ist nun schon zu einem großen Mädchen herangewachsen, sie hat alle Schutzimpfungen erhalten und wurde bereits kastriert. Wir haben es nie bereut diesen liebenswerten kleinen Wildfang so spontan zu uns genommen zu haben.
|
Warten auf Liroy |
Eines Tages erhielt ich von unserer Nachbarin eine e-mail mit folgendem Inhalt:
"Liebe Heike,
ich bin’s, Ilona aus der Nachbarschaft. Ich bitte auf diesem Wege um Mithilfe bei der Suche nach Katzeneltern. Ich weiß, dass Ihr viele eigene Sorgenkinder habt; es geht auch nur darum, etwas zu hören...! Ich suche also mit Bekannten aus Stuttgart liebe Eltern für 6 klitzekleine Kater und eine auch noch viel zu junge Mama aus Kreta. Vielleicht gibt es jemanden, der ein Katerchen haben möchte, oder die Mama mit einem ihrer Kinder?? Ich bin ratlos und etwas in Zeitdruck. Wir haben die Katzenfamilie in unserer Hotelanlage angetroffen, total unterernährt, die Kleinen nicht mehr in der Lage zu spielen. Also haben wir uns zusammengeschlossen (ein paar tierliebe Touris) und die Katzenfamilie gepflegt und gefüttert.
Die Mama hatte bald wieder Milch und die Kleinen spielten sich in den Schlaf. Dann kam die Zeit wo die Touristen weniger wurden und die Tavernen schlossen. Der Hausmeister wurde beauftragt die kleinen Katzen zu "entsorgen"!! Wir haben uns mit der Tierschutzorganisation (Noahs Arche) Chania auf Kreta verständigt und kurzerhand Papiere und einen Transportkorb besorgt und die Katzen in nächtlicher Kleinarbeit (wenn andere Touris Urlaub machen) eingefangen. Ein schwieriges Unternehmen. Bis auf ein Kleines und die Mama waren alle im Korb. Der Tierarzt hat für "alle" Papiere ausgestellt, und es ist dann doch noch gelungen, den letzten kleinen Kater und die Mama 2 Std. vor Abflug einzufangen. Die Katzenfamilie aus Kreta war also komplett und ist gut in Stuttgart gelandet. Meine Bekannten aus Stuttgart können die insgesamt 7 Katzen (die Kleinen sind allesamt Kater) nicht lange behalten. Sie haben selber einen Kater, der sich grämt und aus Eifersucht verschwindet. Also suchen wir jetzt auf die Schnelle liebe, liebe Menschen - die unsere Aktion nicht als überflüssig erachten - die dann auch vielleicht ein Katerchen oder mehr aufziehen würden. Die Kleinen sind laut Tierarzt in sehr gutem Zustand und 9-10 Wochen alt. Noch etwas scheu, aber mit täglichen Fortschritten.
Viele Grüße für heute und vorerst lieben Dank für die Mithilfe,
Ilona"
Leider war es sehr schwierig, geduldige Katzeneltern für die Kleinen zu finden, alle wollten nur liebe, schmusige Katzenbabys, aber keine kleinen Wildlinge. Dann haben Stephan und ich beschlossen, einen der kleinen Jungs bei uns aufzunehmen, die Wahl fiel auf den vorwitzigen Burschen mitten im Bild. Liroy sollte er heißen. Nun wollten wir aber, zum Schutz unserer Katzen, zuerst eine ärztliche Untersuchung mit komplettem Blutbild von ihm haben – es war alles in Ordnung, nun konnte er zu uns kommen. Da er mit seiner Familie noch in Stuttgart saß, mussten wir uns noch einige Tage gedulden, bis ein Transport zu uns möglich war. Wir waren sehr gespannt, wie er sein würde. Wir wollten ihn so nehmen, wie er war, stellten keine Ansprüche, wollten nur, dass er sich bei uns im Katzenrudel wohl fühlen sollte.
Dann war es endlich soweit - eines Samstags Anfang November spät in der Nacht kam Liroy zu uns. Er war von der Fahrt und den vielen neuen Eindrücken bei uns zu Hause sehr gestresst.
Er verkroch sich im Schrank und blickte misstrauisch in die Runde. Unser lieber Luis war der erste, der in begrüßte und Liroy schloss sich ihm sofort an. Die Freundschaft zu Luis gab ihm Vertrauen, und er fühlte sich in seiner Nähe sichtlich wohl. Vor uns hatte er große Angst, er lief sofort weg wenn wir in seine Nähe kamen. Wir haben ihn ganz in Ruhe gelassen, nicht bedrängt, sondern immer nur sanft angesprochen.
So ganz langsam wurde er neugieriger, fing an, mit uns zu spielen, aber immer bereit, schnellstmöglich wegzulaufen. Nach einer Woche durften wir ihn schon ganz sanft streicheln, nach zwei Wochen fing er an zu schnurren.
Luis, Liroy und Leo schlafen gerne zusammen in unserem Bett.
Wir waren so glücklich, dass Liroy langsam Vertrauen zu uns fand. Sein bester Freund war Luis, sie lagen dicht aneinandergekuschelt im Körbchen, auf dem Sessel und im Bett. Luis hat Liroy intensiv geputzt und so hat Liroy die Trennung von seiner Mama und den Brüderchen gut verkraftet, hatte er doch in Luis eine Ersatzmama gefunden. Auch die anderen Katzen haben den kleinen Liroy akzeptiert, Lukas hat in ihm später einen neuen Spielkameraden gefunden, sehr zum Leidwesen unserer Gardinen und Vorhänge. Liroy ist ein absoluter Wildfang, ein Temperament ohnegleichen, ein richtiger kleiner griechischer Athlet. Er ist sehr schlank und hochbeinig, ein ganz anderer Katzentyp als wir ihn hier kennen.
Und wieder einige Tage später durften wir Liroy sogar auf den Arm nehmen, jede Annäherung kommentierte er mit einem eindringlichen Maunzen, daher nennen wir ihn auch liebevoll unseren Quietschboy-Liroy.
Hunger hat Liroy ständig, wenn einer in die Küche geht, ist Liroy in sekundenschnelle mit dabei und verlangt mit klagendem Maunzen nach Futter. Dabei steht ständig eine große Schüssel Trockenfutter bereit, Nassfutter gibt es mehrmals täglich.
Das rührt sicher aus seiner Babyzeit, in der er nicht genügend zu Fressen bekam. Heute, 3 Monate später, wiegt er stattliche 3,2 kg und ist ein ganz lieber anhänglicher Bursche geworden. Gerne liegt er wie ein Baby schlafend auf meinem Schoß und schnurrt voller
Wohlbehagen.
| Er ist ein aufgeweckter kleiner Katzenjunge, der genau weiß, wie er an die leckeren Katzentabs auch ohne die Hilfe von den Menschen rankommen kann - wozu hat man schließlich die Pfoten? | |
|
|
|

|
Das kleine Katzenbaby Lucas |
September 2001 |
An unserem letzten Urlaubstag, ein
Freitag im Juni, erhielten wir einen Anruf, dass im Nachbarort ein kleines
Katzenbaby gefunden wurde. Die letzte Nacht hat es jammernd und schreiend in
einem Vorgarten gesessen und heute morgen konnten es die Leute einfangen. Nun
suchen sie ein Zuhaue für das kleine Baby.
Ich war gerade mit unserem Kaninchen Lukas unterwegs zum Tierarzt, und sagte zu,
dass ich anschließend vorbeikommen würde. Beim Tierarzt erwähnte ich die
Geschichte von dem gefundenen Katzenbaby und die Tierärztin fragte mich nach
dem Aussehen der Katze. Bereits am Dienstag hatten Spaziergänge im Wald ein
kleines schreiendes Katzenbaby entdeckt, leider konnten sie das kleine
schwarz-weiße Kätzchen nicht einfangen, da es sich nicht anfassen ließ. Da
man mir am Telefon bereits sagte, dass es ein schwarz-weißes Katzenbaby sei,
und die Fundstelle an dem Waldrand lag, wo bereits vor 3 Tagen solch ein Tier
gesehen wurde, lag es nahe, dass es sich um das selbe Katzenbaby handeln musste.
Der kleine Mann wurde aller Wahrscheinlichkeit nach auf der Waldstraße am
Kölner Stadtrand einfach ausgesetzt, denn es lag keine Suchmeldung nach solch
einem kleinen Katzenbaby vor.
Der
kleine Mann war sehr, sehr scheu und ängstlich und jammert laut in der
Transportkiste. Zu Hause angekommen lief er ersteinmal unter das Sofa, als ich
das Transportkörbchen öffnete, er war völlig ausgehungert und sehr dünn.
Nachdem er eine große Portion Katzenfutter gefressen und ein halbes Schälchen
Katzenmilch getrunken hatte, legte er sich in unsere Pflanzenkiste und schlief
viele Stunden an einem Stück bis zum späten Abend. Er war sichtlich erschöpft
und brauchte nun erst einmal viel Ruhe.
Erst gegen 22.00 Uhr wachte der kleine Mann aus seinem Tiefschlaf auf und musste mal ein Geschäftchen erledigen. Leider klappte es die ersten Tage mit dem Katzenklo nicht ganz so gut, einige Häufchen landeten in besagter Pflanzenkiste, aber wir wissen es ja – aller Anfang ist schwer.
Dann
fraß er wieder eine Riesenportion Katzenfutter und suchte sich nun ein neues
Schlafplätzchen. Uns gegenüber war er weiterhin sehr scheu und vorsichtig,
lief vor uns weg, an Anfassen war nicht zu denken.
Am nächsten Tag eroberte er die erste Etage unsere Hauses, entdeckte unser Bett
und empfand diesen Ort als den richtigen Schlafplatz für ein Katzenbaby. Wir
sind alle paar Stunden vorsichtig in das Zimmer und haben ihn nur sanft
angesprochen, ansonsten nicht weiter bedrängt. Dann haben wir uns zu ihm auf
das Bett gesetzt, er hat uns mit großen Augen beobachtet ist aber nicht gleich
davon gelaufen.
So entwickelte sich in den
nächsten Tagen sein Vertrauen zu uns immer mehr und dann kam der Moment, wo wir
ihn anfassen und streicheln durften. Wie herrlich weich war dieses Babyfell und
bald liebte es Lucas sehr, wenn man ihm sein kleines runden Bäuchlein
streichelte; er lag auf dem Rücken, alle Viere weit von sich gestreckt und
schnurrte vor Wohlbehagen. Nach ein paar Tagen bekam er seine erste Wurmkur,
denn er nahm trotz großer Futterportionen nicht so recht zu, eine Woche später
folgte dann die Grundimpfung.
Lucas ist ein recht schlankwüchsiger Kater mit riesengroßen Pfoten. Er
entwickelte sich zu einem liebenswerten, schmusigen kleinen Katzenjungen.
Unsere
anderen Katzen dagegen empfanden diesen kleinen Störenfried als äußerst
lästig, besonders schwer hatte es unsere Lea, sie war leider am Anfang viel zu
lieb zu ihm, was er später sehr ausnutzte und sie im Haus nie in Ruhe ließ.
Lissy hat ihm gleich gezeigt wie stark sie trotz ihrer Kleinwüchsigkeit sein
kann, sie hat ihn erst einmal ordentlich verprügelt. Heute hat er gehörigen
Respekt vor der kleinen Lissy. Lina gerät in hysterische Schreikrämpfe wenn
sie ihn sieht, davon ist er so geschockt, dass er ihr gleich aus dem Weg geht,
obwohl er zu gerne mal in ihrem langen Fell spielen möchte. Apropos spielen,
das ist Lucas Lieblingsbeschäftigung neben Schlafen und Fressen. Da die
erwachsenen Katzen dazu überhaupt keine Lust verspüren, müssen mein Mann und
ich stets zu wilden Tobereien herhalten. Und wir sind so begeistert wieder ein
kleine Katzenbaby bei uns zu haben, dass wir gerne dazu bereit sind. Natürlich
achten wir sehr darauf, dass unsere anderen Katzen nicht eifersüchtig werden,
wenn sie das Verlangen danach haben, bekommen sie ihre Schmuseeinheiten vor
Lucas' Spielstunden. Dann muss "der kleine Mann" mit seinen Spielattacken
ein wenig warten, mit großen Augen beobachtet er, wie Lea, Leo, Lina oder Lissy
mit uns schmusen. Wenn ihm das alles zu lange dauert und er meint, dass er nun
endlich an der Reihe ist, haut er mit seinen Riesenpfoten nach den großen
Katzen.
|
|
|
|
|
|
|
Lea - der Schatz der Familie |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Und das ist aus unser kleinen Lissy
Mütoka geworden
(wer noch nicht von ihr gelesen hat, die Geschichte findet ihr HIER)
Erinnern Sie sich noch an die
Geschichte von dem kleinen Katzenbaby Lissy Mütoka? Nun ist die Kleine bereits
1 ½ Jahre alt (zwischenzeitlich natürlich kastriert) und ein ganz
liebenswertes, anhängliches Püppchen geworden. Allerdings ist sie sehr
kleinwüchsig geblieben und fremden Menschen gegenüber unwahrscheinlich scheu
und ängstlich. Sie hat immer noch einen gewaltigen Spieltrieb, zum Ärger
unserer anderen Katzen, die ihre Spielattacken oft ganz und gar nicht lustig
finden. Dann müssen eben mein Mann oder ich zum Spielen herhalten. Lissy sucht
sich dann "irgendein" Spielzeug, angefangen von Socken aus dem
Waschkeller bishin zu großen Laubblättern aus dem Garten. Dann geht es im Haus
über Sofa und Sessel, die Treppe rauf und runter, bis unser kleines
Energiebündel so richtig geschafft neben uns liegt und geschmust werden
möchte.
Nachts schläft die Kleine natürlich nach wie vor bei uns im Bett, ganz dicht an uns angekuschelt. Da Lina und Lea ebenfalls auf ihren Schlafplatz in unserem Bett bestehen, wird es manchmal schon recht eng. Aber was gibt es schöneres, als mit dreifachem Katzenschnurren abends einzuschlafen und diese Samtpfoten im Arm liegen zu haben? Das ist wirklich das allerbeste Mittel bei Einschlafproblemen! Und morgens, wenn wir aufstehen, haben wir gleich drei bis fünf Katzen im Schlepptau, alle möchten natürlich ihre morgendliche ausgiebige Begrüßung mit anschließendem Frühstück. Auf diese Art in so liebenswerter Gesellschaft den Tag zu Beginnen, was kann es Schöneres geben? So frag ich mich dann, wie kann ein Mensch bloß ohne Katzen (Tiere) leben? Während ich mit meiner kleinen Tigergruppe die Treppe hinuntergehe, höre ich schon meine "Saubande" in 70facher Form nach ihrem Frühstück aus dem Tierzimmer quietschen und pfeifen. Jetzt wird es hektisch: drei Dosen Katzenfutter öffnen und verteilen, Wassernapf frisch füllen und etwas Hartfutter ausgeben. Leo sitzt zwar vor dem Kühlschrank und erhofft sich ein Sonderfrühstück a la gekochtem Schinken oder Frischkäse. Aber es ist nicht jeden Tag Sonntag! Dann werden zwei große Schüsseln Frischfutter kleingeschnitten, damit die Säulis ebenfalls ihr Frühstück bekommen. Ja und dann muß ich leider von all meinen liebenswerten Rabauken für mindestens acht Stunden Abschied nehmen, denn irgendwie muß ja das Geld für die vielen Frühstücke, Mittagessen und Abendbrote.... verdient werden!

Unsere kleine Lissy "Mütoka"
Mütoka, was heißt das denn? Ganz einfach: Mülltonnenkatze!
Es war an einem sonnigen Dienstagnachmittag im August, als mein Telefon im Büro klingelte und ich neben einem kläglichen Miauen Stephans Stimme hörte: "Ich habe hier ein winzig kleines Katzenbaby, nur eine handvoll Fell, mit winzigem kleinen Köpfchen, aber sehr kräftiger Stimme. Ein Kollege hat es während einer Fahrt auf einer Autobahnraststätte in einer Mülltonne gefunden und mit in die Firma gebracht. Nun weiß der Kollege aber nicht wohin damit und hat es mir gegeben. Es jammert gar sehr und hat bestimmt großen Hunger."
Ich habe sofort Dienstschluß gemacht, im Supermarkt entsprechende Babykatzennahrung gekauft und bin nach Hause gefahren. Zeitgleich kam ich mit meinem Mann daheim an und nahm das kleine Katzenbaby in den Arm. So was süßes, liebes, schutzloses einfach in eine Mülltonne zu werfen ist absolut unbegreiflich!!!
Die Kleine bekam sofort etwas Katzenkindernahrung und spezielle Katzenmilch hingestellt, die sie heißhungrig mit großem Appetit verschlang. Unsere größte Sorge, ob sie schon allein fressen konnte, war somit hinfällig geworden. Aber auch, nachdem das Bäuchlein nun prall gefüllt war, gab sie keine Ruhe. Sie wollte nur herumgetragen werden, ganz dicht bei uns sein. Sobald wir sie auf dem Sofa absetzten und uns von ihr entfernten, fing sie sofort ganz jämmerlich an zu schreien. Also nahmen wir sie wieder auf den Arm und trugen sie abwechselnd umher. Dann wurde sie letztendlich doch mal müde und schlief auf unserer Schulter ein. Jetzt konnten auch wir uns endlich mal hinsetzen! Ja, und unsere fünf anderen Katzen waren recht unterschiedlicher Meinung über diesen kleinen, neuen Mitbewohner. Denn - dass wir sie wieder abgeben würden - daran glaubten weder mein Mann noch ich vom ersten Moment an, als wir sie in den Händen hielten! Obwohl wir immer gesagt haben: fünf Katzen sind genug! Jetzt heißt es eben: das halbe Dutzend ist genug!
Unser Leo akzeptierte sie recht schnell, ließ sich auf die ersten Babyspiele mit ihr ein, was er später sehr bereute, da sie im zunehmenden Alter immer frecher wurde. Etwas mulmig war uns schon, wenn unser großer Leo dieses kleine Baby in seinen riesigen Pfoten unter sich begrub. Aber trotz seiner Größe und seines Gewichtes war er immer sehr liebevoll zu ihr. Lina hat sie hin und wieder mal abgeleckt, vielleicht erinnerte sie das an die Zeit, als sie ihre drei eigenen Babys großgezogen hatte. Lea war die einzige, die von Beginn an mit ihr zusammen vom Futterteller fraß, aber ansonsten wollte sie nicht viel mit dem kleinen, oft schreienden Katzenbaby zu tun haben. Sie spürte wohl, daß hier ein Konkurrenz in bezug auf Zuwendung und Streicheleinheiten im Anzug war. Florian zog es vor, in den kommenden Monaten das Haus nicht mehr zu betreten. Futter, Streichel- und Schmuseeinheiten holte er sich von der Küchenfensterbank oder im Wintergarten. Das kleine, schreiende Baby war ihm sehr suspekt, damit wollte er lieber gar nichts zu tun haben. Tessy war ihr verhältnismäßig gleichgültig gegenüber eingestellt, sie ließ sie ganz in Ruhe und wollte auch nicht, daß Lissy ihr näher kam.
Seit der ersten Nacht schläft unsere kleine Lissy mit im Bett, bevorzugte Gegend ist mein Kopfkissen. Als sie noch sehr klein war, gab es da auch wenig Probleme, nur jetzt, wo sie doch schon zu einer kleinen Katzenpersönlichkeit herangewachsen ist, wird der Platz auf meinem Kissen mittlerweile recht knapp, denn Kopfkissen wachsen in der Regel nicht mit. Aber wer einmal erlebt hat, wie schön es ist, morgens mit sanftem Schnurren und heftigem Ohrlecken mittels einer sehr rauhen Katzenzunge geweckt zu werden, möchte diese Art des Wachwerdens nie mehr missen. Vorausgesetzt, er ist so ein Katzennarr wie mein Mann und ich es sind.
Aber zurück zu den ersten Tagen nach Lissys Ankunft. Bis zum Wochenende verlief alles ganz prima, die kleine Puppe fraß Riesenmengen, ging vom ersten Tag an ganz selbstverständlich auf das Katzenklo und war im Umgang völlig unkompliziert und problemlos, das klägliche Schreien hörte schon am nächsten Tag auf. An einem Tag nahm ich sie mit in die Firma, damit sie nicht so lange alleine zu Hause sein mußte, da sie die menschliche Zuwendung unbedingt brauchte. Mein Mann hatte für die kommenden zwei Wochen "Babyurlaub" beantragt. In meinem Büro war sie natürlich die Sensation des Tages. Nach den Spiel- und Freßphasen rollte sie sich in meinem Aktenkoffer zusammen und schlief stundenlang. Ein kleines Minikatzenklo sorgte für eine problemlose Entsorgung der verwerteten Nahrung, und das recht häufig am Tag mit guter Dufteinlage im Büro. Ein Glück, daß ich so verständnisvolle Kollegen habe!
Am Mittwoch fuhren wir mit ihr zum Tierarzt zu einem "Gesundheitscheck". Der Arzt stellte im Ohr Milben fest, war aber sonst mit ihrem Zustand ganz zufrieden. Impfen wollten wir sie erst in der kommenden Woche, vorher sollte noch eine Kotprobenuntersuchung auf Würmer erfolgen.
Doch am Samstagmorgen gefiel mit die kleine Lissy gar nicht. Sie tobte nicht so wild umher, wie wir es die Tage zuvor gewohnt waren, Futter nahm sie nur ein paar kleine Bissen zu sich. Am Samstagnachmittag zeigte sich der erste Durchfall und sie verweigerte jegliche Nahrung. Innerhalb weniger Stunden nahm sie sichtlich ab.
Ich rief sehr besorgt unseren Tierarzt an, schilderte die Sachlage auf seinen Anrufbeantworter und er rief einige Zeit später zurück, daß ich in die Praxis kommen sollte. Lissy hatte wohl die viel zu frühe Wegnahme von der Mutter nicht verkraftet, ihr Immunsystem war völlig zusammengebrochen. Zudem zeigte die Kotprobe einen starken Wurmbefall. Sie bekam ein Serum gespritzt, welches ihr Abwehrsystem aufrecht halten sollte, eine Wurmkur, und ich bekam eine Flasche mit spezieller Nährflüssigkeit mit nach Hause. Ich mußt sie nun alle paar Stunden Zwangsfüttern, damit sie bei Kräften blieb und genügend Flüssigkeit erhielt. Sonntag, Montag, Dienstag, jeden Tag fuhren wir mit ihr zum Arzt, sie bekam wieder Spritzen zur Stabilisierung ihres Immunsystems und wurde weiterhin zwangsgefüttert, denn sie wollte immer noch nicht alleine fressen.
Sie wog mittlerweile keine 200 g mehr und bot ein Bild des Jammers. Mein Mann und ich waren fix und fertig, wenn wir dieses kleine Häufchen Elend in unseren Händen hielten. Die anfängliche Freude über diese kleine süße Maus war in unsagbaren Kummer umgeschlagen. Wenn sie nicht innerhalb der nächsten zwei Tage mit selbständigem Fressen anfing, mußten wir uns wohl mit dem Gedanken vertraut machen, sie einschläfern zu lassen. Am Dienstagabend versuchte ich wieder, ihr zusätzlich zu ihrer Spezialnährlösung etwas Katzenfutter einzugeben. Ich wünschte mir doch so sehr, daß sie endlich alleine etwas fressen sollte. Und plötzlich fing sie an, das Fleischbröckchen in den Mund zu nehmen und darauf herumzukauen. Und dann verschwand das zweite, das dritte und das vierte Fleischstückchen. Ich war darüber so unbeschreiblich glücklich, daß mir die Tränen kamen.
Und von nun an gings bergauf!
Die Kleine fraß, was das Zeug hielt, denn sie hatte viel nachzuholen. Sie bekam noch mal vom Tierarzt eine Spritze, die Wurmkur wurde wiederholt, und bald konnte auch die erste Grundimpfung erfolgen.
Während Lissy so krank war, verhielten sich die anderen Katzen ihr gegenüber sehr rücksichtsvoll, sie merkten wohl, daß mit ihr etwas nicht in Ordnung war. Doch dann, als sie größer und kräftiger wurde, zeigte die Kleine erst so richtig, was in ihr steckt. So einen kleinen putzmunteren, energiegeladen Quirl hatten wir in unserer zwölfjährigen Laufbahn als Katzenhalter noch nicht erlebt. Trotz ihrer Lebhaftigkeit ist sie sehr anhänglich und verschmust und sucht gerne unsere Nähe.
Und als sie erst mal so groß geworden war, daß sie alleine die Treppe hinauf kam, da war das obere Stockwerk vor ihr auch nicht mehr sicher. Unsere anderen Katzen fanden diese hyperaktiven Aktionen der kleinen Lissy leicht lästig, da diese ihren Bewegungsdrang nur auf kurze, dafür aber heftige Phasen am Tag beschränkten und nicht wie Lissy ständig herumtobten.
Nun gab es am Wochenende kein Ausschlafen mehr, denn Lissy wurde schon recht früh am Morgen wach, hatte zum einen riesigen Hunger und zum anderen mächtig große Spiellaune. Und unter der Bettdecke wimmelte es nur so von "Mäusen", da sich dort ständig etwas bewegte und entsprechend gejagt werden mußte. Rücksichtlos ging es da über unser Gesicht, Bauch und Beine. Lea, die jede Nacht zusammengerollt dicht bei mir schläft, war über diesen kleinen Störenfried keineswegs glücklich. Sie verschwand dann stets, mir einen vorwurfsvollen Blick zuwerfend, in ihrem Lammfellkörbchen auf dem Flur. Heute schläft Lea nun wieder die ganze Nacht, bis ich morgens aufstehe, neben mir und läßt sich von Lissy’s Toben nicht mehr stören.
Mittlerweile ist Lissy nun ein kleines Mädchen geworden, zwar etwas vernünftiger, doch immer noch ein ganz wilder Feger. Nun werden wir mit dem Tierarzt bald einen Termin zum Kastrieren verabreden, denn wir wollen nicht dazu beitragen, weitere Katzenbabys in die Welt zu setzen, von denen es leider viel zu viele gibt, die kein so liebevolles Zuhause haben, wie unsere sechs Tiger.
Unglaublich aber wahr! (1999)
Bei der Menge unserer ganzen Käfigtiere kommt es leider hin und wieder mal vor, daß beim Saubermachen ein Mäuschen oder Hamster entwischt. Meist habe ich sie sofort wieder eingefangen und zurück in den Käfig gesetzt. Doch einmal gelang es mir nicht, und unsere schwarze Rennmaus Fanny entwischte in meinem Tierzimmer. Ich schaute den ganzen Tag immer wieder nach, doch ich fand sie nicht, und sie ließ sich auch nicht blicken.
Und dann geschah das Unglaubliche: mein Mann und ich saßen abends unten im Wohnzimmer beim Fernsehen, als unser Kater Leo mit Fanny im Maul zu mir kam und sie vor mir auf den Boden los ließ. Wer nun meint, die Maus war tot, irrte. Fanny war völlig unverletzt, keineswegs verstört oder ängstlich. Leo hatte sie mir gebracht, ohne sie zu jagen oder ihr etwas anzutun.
Genau so lieb liegt er zusammen mit unseren Hamstern in der "Hamsterspielkiste", er beobachtet sie, läßt zu, daß sie ihm über die Pfoten laufen, und schläft dann meistens zwischen den Hamstern ein.
Leo zeigt unseren Tieren gegenüber keinen Jagdtrieb, vielleicht weiß er instinktiv, daß diese Tiere zu uns gehören, und nicht als Beute anzusehen sind.
Bei unseren anderen Katzen Lea, Lina, Florian und Tessy würde ich mich nicht auf ihre "Freundlichkeit" verlassen, ich denke, bei ihnen überwiegt der Jagdtrieb doch um einiges mehr, wie bei unserem gutmütigen Leo. Doch trotz seiner Zurückhaltung lasse ich ihn nie mit den Hamstern ohne Aufsicht, denn 100 % möchte ich mich nicht darauf verlassen, daß er nicht vielleicht doch mal zuschnappt.