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Kaninchen müssen mit Artgenossen zusammen leben

April 2005

Wildkaninchen sind ausgesprochene gesellige Tiere. Sie suchen gemeinsam Futter, warnen sich gegenseitig vor gefährlichen Feinden, liegen zusammen aneinander gekuschelt in ihren Bauten und streiten sich auch gelegentlich mal. Dieses natürliche Verhalten können Tiere nur in einer Gruppenhaltung ausleben. Hauskaninchen wird dieses natürliche Verhalten oft unmöglich gemacht, die meisten Kaninchen werden isoliert in Einzelkäfigen gehalten.
Doch der Trend in der Kaninchenhaltung geht eindeutig zu der Gruppenhaltung, bzw. mindestens zu einer Partnerhaltung. Für die Kaninchen die schönste Art, ihr Leben zu leben.

Doch leider treten häufig Vergesellschaftungsprobleme auf, zum einen durch Fehler der Tierbesitzer und zum überwiegenden Teil durch eine falsche Unterbringung. Immer wieder hören wir von Unverträglichkeiten die zu 90 % auf viel zu kleine Käfighaltung zurück zu führen sind. Zwei Kaninchen in einem 1m, bzw. 1,20 m Käfig einzusperren, mit nur einigen Stunden Auslauf am Tag, kann zu aggressivem Verhalten führen. Eine funktionierende Gruppenhaltung kann nur entstehen, wenn ein entsprechend großes Gehege mit vielen Spiel-, Versteck- und Knabbermöglichkeiten ausgestattet, vorhanden ist.

Ein großes, vielseitig eingerichtetes Gehege ermöglicht den Kaninchen ein naturähnliches Leben: sie können rennen, springen und hoppeln wie ihr Bedürfnis danach ist. Sie können Kontakt zu den Artgenossen suchen oder sich alleine in eine Ecke zurück ziehen. Sie können frei entscheiden was sie machen wollen, wie sie sich bewegen wollen und ob sie alleine oder in Gesellschaft liegen möchten. Das sind Grundvoraussetzungen für ein zufriedenes, ausgeglichenes Kaninchenleben. Unter solchen Haltungsbedingungen leben die Kaninchen untereinander in friedlicher Gemeinschaft.

Kleinere Streitereien und Auseinandersetzungen gehören zu einem Kaninchenalltag dazu, das ist ganz normal und zu akzeptieren. In jedem Rudel muss eine feste Rangordnung ausgemacht werden, die sich bei jedem Neuzugang wieder ändert und erneut ausgetragen wird. Aber diese Ausbildung der Rangordnung läuft in den Kaninchengruppen – wie bei den Tieren in freier Wildbahn – nicht immer ohne kleinere Kämpfe aus. Doch bleiben diese Kämpfe in einem akzeptablen Rahmen, sofern die Haltungsbedingungen stimmen und ausreichende Rückzugsmöglichkeiten für das rangniedrige Tier vorhanden sind. Oft reicht eine drohende Gebärde des Stärkeren und die Sache ist bereits ohne weitere Angriffe geklärt. Schwere Bisse oder blutige Kämpfen sind in den vergangenen acht Jahren bei uns nie vorgekommen, ab und zu liegt mal ein Fellbüschel im Gehege, aber das ist ein ganz normales zu akzeptierendes Verhalten in Kaninchengruppen. In großen gut strukturierten Gehegen mit Unterschlüpfen und erhöhten Ebenen sind die Kaninchen ruhiger und friedlicher in ihrem Verhalten.

Allerdings ist es auch sehr von den Kaninchenrassen abhängig, wie aggressiv oder streitsüchtig sie untereinander sind. Meine Erfahrung in diesem Bereich ist eindeutig: je größer die Rassen sind, desto friedlicher ist ihr Gemüt und ihr Verhalten zu den Artgenossen. Das beste Beispiel sind unsere Deutschen Riesen, die noch nie auch nur die geringste Spur einer Aggressivität gezeigt haben. Dagegen sind die kleinsten Rassen auch die frechsten und angriffsfreudigsten Tiere. Unsere kleine Blanka ist dafür das beste Beispiel, klein und sehr frech.

Den Kaninchen sollten jeden Tag immer eine kleine Abwechslung geboten werden, entweder Äste zum beknabbern, eine neue Kiste oder Körbchen, eine große überall verteilte Portion Möhren etc. oder hin und wieder mal trockenes Brot in der Einstreu verstecken. Langeweile führt zu Frustration und Aggressivität - das größte Problem in der stupiden Käfighaltung.

Stellt man sich so ein Kaninchenleben einmal vor, wie es zu 90 % üblich ist: in einem viel zu kleinen Käfig mit etwas Heu, einer Wasserflasche, dem Futternapf und vielleicht noch ein Häuschen. Das Tier sitzt den ganzen Tag, die ganze Nacht nur in einer Ecke herum, döst und schläft. Bewegung ist kaum möglich, (die Verfettung bei zu reichlicher Futtergabe ist unausweichlich) Beschäftigung gibt es keine außer Fressen und Trinken. Welch ein furchtbar traurige, trübsinniges Leben.....warum erkennen die Besitzer nicht, welch furchtbar eintöniges, krankmachendes Leben sie ihrem Tier zumuten???

Und falls dann doch mal der Gedanke entsteht einen Partner dazu zusetzen, wird bei der Vergesellschaftung vieles falsch gemacht und die Tiere greifen sich an. In diesen Fällen kommt es leider häufig zu schweren Bissverletzungen, da kein artgerechtes Leben zugrunde lag und somit kein natürliches Tierverhalten vorhanden ist. Oft wird der Neuling auch noch einfach in den Käfig dazu gesetzt, ein fataler Fehler!! der unweigerlich zum Angriff führt. Würden sich die Kaninchenbesitzer vorher richtig informieren, könnten viele Fehler vermieden werden und mit etwas Geduld eine zufriedene Kaninchenpartnerschaft entstehen.

Friedlich sollten Kaninchengruppen miteinander am Futterplatz sitzen, das ist kein Problem wenn die Haltungsbedingungen stimmen. Einzelhaltung der Kaninchen ist strikt abzulehnen!

 

 

 

 

 

Speedys Schicksal

März 2005

Kurz vor Weihnachten wurden drei ca. achtjährige Kaninchen wegen Allergie bei uns abgegeben. Speedy, die graue Angoramix-Dame bestand aus 1/3 verfilztem Fell, das ich ohne tierärztliche Hilfe und Narkose nicht scheren konnte. 

Speedy hatte einen ungewöhnlich dicken Bauch, dazu im Gegensatz aber einen recht knochigen Rücken. Diese Kombination gefiel mir gar nicht und ließ auf gesundheitliche Probleme schließen. Als ich dann noch die viele zu kleinen Köttelchen bemerkte, wusste ich, hier stimmt was nicht. Durch die Feiertage bedingt musste ich mit ihr zum Notdienst der mittels einer Röntgenaufnahme "größere Veränderungen" im Bauchraum diagnostizierte. Dies ließe sich nur durch ein Öffnen des Bauchraumes genauer bestimmen, es könnte ein Tumor sein. Am 2.1. bin ich mit Speedy wieder zu meiner Tierärztin, und wir beschlossen, Speedy zu "öffnen" und je nach vorliegendem Befund zu entscheiden, ob eine OP noch sinnvoll oder ob ein Einschläfern notwendig sei. Speedy hohes Alter und schlechter körperlicher Zustand machten diesen Eingriff sehr risikoreich, aber es war ihre einzige Chance.

Nachdem Speedy in tiefer Narkose lag wurde ihr Bäuchlein aufgeschnitten und ein riesiger, mit extrem viel Flüssigkeit gefüllter Gebärmuttertumor kam zum Vorschein. Meine Tierärztin und ich waren geschockt über diesen Anblick. 
Dass Speedy damit überhaupt noch gefressen hatte, war ein Wunder. Nachdem nun eindeutig der Befund vorlag, wollten wir Speedy eine Chance geben, sollte sie die OP gut überstehen, könnte sie noch eine schöne Zeit vor sich haben. So wurde der riesige Tumor entfernt, Speedy wieder "gut zugenäht" und nun war zu hoffen, das sie es kreislaufmäßig überstand. 

Zwei Stunden nach der OP fraß sie schon kleine Leckereien und Abends mümmelte sie bereits am Heu. In den kommenden Tagen erholte sich Speedy zusehends; sie köttelte wieder normal (der riesige Tumor hatte den Darm zugedrückt, so dass es zu diesen kleinen Köttelchen kam), nahm gut zu und bekam wieder ein weiches, glänzendes Fell. Sie konnte sich nun wieder bewegen und sprang sogar auf das Sofa. Ich hätte nie gedacht, das es nach diesem schwerwiegendem Befund so schnell zu einer Heilung kommen konnte.

Zwei Wochen nach ihrer OP bekamen wir eine ebenfalls achtjährige Kaninchendame gebracht, die vier Jahre lang "allein" in einem 1 m kleinem Käfig in einer Garage dahin vegetierte. Mümmelinchen war anfangs total verängstigt und scheu, aber nach wenigen Tagen hatte sie sich gut bei uns eingelebt.

Dann startete ich den Versuch die beiden alten Damen zu vergesellschaften und ... heute sind die beiden unzertrennlich. Speedy ist eindeutig die Chefin und Mümmelinchen kuschelt sich so gerne an ihre Seite. Nach jahrelanger Einzelhaft ist sie glücklich nicht mehr allein zu sein. Sie lässt sich auch gerne von mir anfassen und kraulen, sie hoppelt nicht mehr weg.
Da wir in diesem Wintermonaten absolute überbelegt waren, habe ich es trotzdem geschafft und den beiden alten Damen ein kleines Gehege in unserem Tierzimmer gebaut.

 

 

 

Das schwer verletzte Paulchen

März 2005

Eines Tages erhielt ich einen Anruf von einer jungen Frau, die mir von einem verletzten Kaninchen erzählte, wo sich keiner drum kümmern würde. Ich fuhr noch am selben Tag dorthin und man erzählte mir, das der Besitzer der Tiere verstorben sei und im Moment niemand die Kaninchen richtig versorgen würde. Die Verletzungen des Kaninchen bedurften einer sofortigen tierärztlichen Behandlung da die Schädelplatte frei lag und das Augenlid bereits am Augapfel fest verklebt war.
Kurzentschlossen packte ich mir den kleinen Kerl und nahm ihn einfach mit.
Von unterwegs aus rief ich meine Tierärztin an, ob ich noch in die Praxis kommen könnte, da es doch schon recht spät war. Natürlich durfte ich noch kommen und so konnte "Paulchen" noch am selben Tag medizinisch versorgt werden.

Das Augenlid wurde wieder frei gemacht, die Verkrustungen auf der Stirn vorsichtig gelöst und die Wundränder desinfiziert. Ich bekam noch einige Salben mit, die Paulchen täglich im mehrfachen Wechsel aufgetragen bekommen sollte. 
Schon nach wenigen Tagen heilte die Wunde am Kopf zu und auch das Augenlid funktionierte wieder. Dort wird er lebenslang eine Behinderung zurückbehalten, aber das stört ihn recht wenig. Ein paar Wochen später wurde er kastriert, das hat er gut überstanden.

Paulchen ist extrem scheu und furchtbar ängstlich. Er läst sich zwar streicheln, aber man merkt wie angespannt er dabei ist. Was mag der arme Kerl wohl mitgemacht haben, das ich ihn mit solch schweren Verletzungen gefunden habe...
Zu anderen Kaninchen ist er sehr freundlich und lieb. Im Frühjahr wird er in eines unserer Rudel integriert und wird ein schönes Leben mit Artgenossen und viel Platz verbringen. Und ihm wird nie wieder etwas Schlimmes passieren...

 

Happy End

März 2005

Auch das kommt bei all den Sorgen und Kummer hin und wieder mal vor, das wir eine glückliche Geschichte aus unserem Tierheim zu erzählen haben.
Es fing damit an, das ein Kaninchen zusammen mit einem Meerschweinchen in einer Blitzaktion bei mir im Büro abgegeben wurde. Sie waren nach einer Wohnungsräumung einfach in der leeren Wohnung zurück gelassen worden und der Vermieter, der sie dort fand, wollte sie in einem Kölner Tierheim abgeben. Doch keines der in Frage kommenden Tierheime wollte die beiden wegen Überfüllung der Kleintierabteilung aufnehmen, so gab man ihm meine Handynummer. Um 16.10 Uhr kam der Anruf und um 16.45 Uhr wurden die beiden in einem Pappkarton bei mir abgegeben. Die Vorbesitzerin, eine ältere Dame, war verstorben und die Tiere einfach einem ungewissen Schicksal überlassen.
Zu Hause angekommen öffnete ich den Pappkarton und meine Katzen begrüßten sofort die Neuankömmlinge. Julia (so taufte ich die Kaninchendame während der Heimfahrt) kannte wohl Katzen, denn sie fand den Kontakt mit ihnen ganz toll. Sie tobte mit ihnen kurze Zeit später durchs Haus, lief unter ihnen hindurch und legt sich zum Kuscheln dicht an sie dran. Unsere Katzen leben ständig in unserem Haus mit Kaninchen zusammen, so fanden die das auch ganz nicht ungewöhnlich.

Da wir zu diesem Zeitpunkt mit Kaninchen absolut überbelegt waren, fragte Stephan bei Julias Ankunft nur: hast du überhaupt noch einen Käfig frei? Irgendwo im Heulager fand ich noch ein altes Stück, aber Julia wollte nicht eingesperrt sein, sie randalierte bei geschlossener Käfigtür – so blieb Julias Tür offen und sie lebte frei mit den Katzen im Haus. Sie war sehr gut erzogen, knabberte nichts an und war fast stubenrein. Eine Katzenkloschale mit Handtuch war für Pippi und die Köttelchen sammelte halt der Staubsauger ein.
Im Frühjahr sollte Julia in eine unserer Kaninchengruppen integriert werden, doch es kam ganz anders....
Einige Tage später erhielt ich einen Anruf von einer Dame, die vor drei Jahren ein Kaninchen von uns übernommen hatte. Leider war Bennys Partnerin wegen Tumorerkrankungen eingeschläfert worden und Benny trauerte sehr, er fraß nicht gut und sein Schnupfen war wieder ausgebrochen. Ob wir denn eine nette Kaninchendame für Benny zur Vermittlung da hätten, fragt sie an. Da wir zu diesem Zeitpunkt wirklich nur alte, kranke und bissige Kaninchenmädchen hatten, verneinte ich zuerst. Doch dann fiel mir Julia ein, vielleicht könnten die beiden ein Paar werden, obwohl sie ja total auf Katzen fixiert war.
So kam Benny an einem Freitag zu uns und sein Zustand gefiel mir gar nicht. Er wurde vorher noch beim Tierarzt vorgestellt und bekam Spritzen gegen seinen Schnupfen. Ich wollte Benny erst am Samstag mit Julia bekannt machen, er sollte sich erst mal an die neue Situation bei uns gewöhnen. Am Samstag ging es Benny sehr sehr schlecht, er lag total schlapp im Käfig, hatte keine Kraft zum Aufstehen fraß nicht .... er hatte sich völlig aufgegeben. Für mich war das ein großer Schock, zumal es ein Pflegetier war. Ich bin sofort mit ihm zum Notdienst aber es wurde keine Erkrankung festgestellt – es war ein rein psychisch bedingter körperlicher Abbau.
Ich habe ihn auf ein Handtuch auf unser Sofa gelegt und ihn alle drei Stunden mit einem Nährbrei (Critical Caire) gefüttert. Er nahm den Brei freiwillig aus der Spritze auf, leckte geraspelte Möhrenstücke von meinem Finger und mümmelte am Möhrengrün. 
Da er von sich aus Nahrung und Wasser aufnahm, hatte ich große Hoffnung, das er seine Lebensfreude zurück gewinnen würde. Gegen Abend ging die Portion Möhrengrün zur Neige und ich fuhr kurz vor 20.00 Uhr noch schnell zum Lidl um genügend Nachschub für das Wochenende zu besorgen. (prima, dass die Supermärkte Samstags so lange auf haben). Benny saß Samstag und Sonntag unbeweglich in seinem Eckchen auf dem Sofa. Hin und wieder kuschelte sich mal eine unserer Katzen an ihn, was er sehr mochte. Das zeigt mir ganz deutlich, das Benny sich einsam fühlte und dringend eine Partnerin brauchte. 

Ab Sonntagabend ging es ihm besser, mittlerweile saß er schon aufrecht an seinem Plätzchen und blickte schon wesentlich munterer in die Runde. Am nächsten Tag wollte ich ihn mal mit Julia bekannt machen, vielleicht würden sie sich verstehen. Anfangs schien Julia regelrecht irritiert als sie Benny sah, als ob ihr Kaninchen völlig fremd waren. Sie sprang ihn an und rannte gleich weg. Benny war ganz geschockt, er wollte doch endlich wieder ein Mädchen zum Schmusen und nicht so eine komische Zicke. Aber im Laufe der nächsten Stunden und viel Geduld fanden die beiden zusammen und nun liegen sie schmusend aneinander. Benny hatte sich wieder vollständig erholt, frisst und köttelte wieder ganz normal. Seine Julia mag er sehr und putzt sie ständig.

Endlich mal ein Happy End nach all den vielen Tiefschlägen, die wir in den letzten Wochen erlebt haben. Solche Geschichten mit glücklichem Ausgang motivieren einen sehr. Beobachtet man die beiden wie sie zusammen kuscheln, spürt man: Tierschutzarbeit ist wunderschön und macht auch uns Menschen hin und wieder für einen kurzen Moment glücklich.

Zwei wichtige Erfahrungswerte habe ich aus dieser Begebenheit gelernt:
- wir Menschen unterschätzen die Psyche der Tier gewaltig, sie sind wesentlich sensibler und empfindsamer als wir Menschen das für möglich halten ....
- selbst wenn artfremde Tiere friedlich leben, (wie hier in der Geschichte Kaninchen mit Katzen) ist es keine zu akzeptierende Tierhaltung. Nachdem sich Julia an Benny angeschlossen hatte, ist sie nicht einmal mehr mit unseren Katzen in Kontakt getreten, sie waren ihr von diesem Zeitpunkt an völlig gleichgültig.

Selbst nach acht Jahren Kaninchenhaltung lerne ich täglich dazu und das ist auch gut so, je umfangreicher mein Wissen über diese Tier ist, desto besser kann ich sie halten, pflegen und bei Erkrankungen versorgen.
Übrigens, das Meerschweinchen, ein hübsches Mädchen der ich den Namen Tammy gegeben habe, hat sich in unserem Rudel prima eingelebt und fühlt sich dort unter ihresgleichen "sauwohl". Als ich sie nach der Quarantänezeit in die Gruppe gesetzt habe, ist sie mit freudigen Bocksprüngen durch das Gehege gerannt, hat die anderen Schweinchen angeschnuppert und sich einige Zeit später an eine Gruppe angekuschelt. Ich glaube, auch sie ist glücklich, nun ihr Leben mit vielen Artgenossen verbringen zu dürfen.

 

Lolek und Bolek

März 2005

Über eine Tierfreundin bekamen wir im Januar diese beiden Laborkaninchen vermittelt. Lolek hat eine schwere Zahnfehlstellung die eine regelmäßige Korrektur der Schneidezähne alle 14 Tage erfordert. Da ich mehrere solcher Zahnkandidaten habe, ist diese Behandlung für mich kein Problem. Eigentlich sollten die beiden zu einem anderen Besitzer, doch als er die roten Albinoaugen sah, fand er die beiden so hässlich und wollte sie nicht mehr haben. Die beiden sitzen nun bei uns in einer Gruppe und haben sich dort ganz unproblematisch eingelebt. Selbst Rambo, unser kleiner frecher Bock versteht sich ganz prima mit den beiden großen "Schneehasen". Vielleicht findet sich ja ein Kaninchenfreund, der Albinos nicht hässlich findet und eine Patenschaft für die liebenswerten Jungs übernehmen möchte.

Mit Lolek und Bolek kam auch Kessy (hellbraunes Kaninchen in der Mitte des Fotos) zu uns, sie wurde vor einer Tierarztpraxis in einem Karton ausgesetzt und hatte sich wohl als recht bissig und zänkisch gezeigt. Ich habe sie zuerst mit Lolek und Bolek vergesellschaftet und später zu dritt in eine unserer Gruppen gesetzt. Kessy war mehr eine Angstbeißerin, sie bekam Panik wenn sich ihr andere Kaninchen näherten. Mittlerweile hat sie sich an das Zusammenleben mit Artgenossen in der Gruppe gewöhnt und sitzt ganz entspannt und friedlich mit ihnen zusammen am Futternapf. 
Lolek musste wegen einer unheilbaren Erkrankung am 11.3.05 eingeschläfert werden.

Noch mehr Albinos...

... die keiner wollte. Bei einer Familie kam ein Kaninchenwurf mit 13 Welpen zur Welt und der nahe gelegene Zoodiscounter hatte ihnen bis auf zwei Albinowelpen alle Tier abgenommen. Sie würden sie zwar auch nehmen, aber sie kämen gleich zu den Futtertieren. Das wollte die Besitzer ihren Kaninchenbabys auf keinen Fall antun und so wurden die beiden in unserem Tierheim abgegeben. Da sie nun im Winter nicht in Außenhaltung konnten, habe ich ihnen für diese Übergangszeit einen Käfig zusammengebaut der aus zwei zusammengestellten Käfigen besteht wo die Seitenteile entfernt wurden. So können sie über eine Gesamtlänge von 1,80 m verfügen, bis sie im Frühjahr in ein großes Gehege umziehen. Rosalie und Angel sind bildhübsche kleine Mädchen, ganz zutraulich, lieb und anhänglich.

Und immer wieder Allergien

Vor der Anschaffung von Kaninchen sind sich die wenigsten Käufer darüber bewusst, das neben den Kaninchen auch Heu und Einstreu Allergien auslösen können. Diese Materialien erzeugen einen ganz feinen Staub, der in Wohnung mit kleinen Räumen schnell zu Hustenreiz führt und später Allergien auslösen kann. Aus diesen Gründen kamen die beiden vierzehn Monate alten lohfarbenen Mädchen Puccini und Claudini zu uns. Ich habe sie in de r Kölner Innenstadt während meiner Mittagspause in einem viel zu kleinen Käfig abgeholt. Anhand der langen Krallen konnte ich darauf schließen, das sie nicht viel Auslauf hatten. Sie bekamen ebenfalls aus zwei kleinen Käfigen einen großen Käfig der eine zweimeterlange Lauffläche bot. Bis zum Frühjahr werden sie darin leben bis sie mit all den Winterneuzugängen in ein großes Gehege umziehen. Sie dürfen natürlich zusätzlich jeden Tag einige Stunden abends mit Paulchen im Tierzimmer frei laufen.

 

Geburtstagsfeier im LAH

November 2004

Am 13. November 2004 feierte unser Kaninchen Felix seinen dritten Geburtstag mit seinen Freunden im Gehege. Nur bei recht wenigen Tieren wissen wird das genaue Geburtsdatum, bei den meisten ist das Alter unbekannt. Felix erhielt sogar von seiner Ex-Besitzerin ein kleines Päckchen mit getrockneten Möhrenstückchen und eine Geburtstagskarte. Felix (auf dem Bild der graue Widder) ist ein sehr ruhiges, verträgliches und schmusiges Kaninchen, ich mag ihn ganz besonders gern und wünsche ihm (und mir) das er noch viele Geburtstage bei uns feiern wird.

Geburtstagsfeier im Kaninchengehege

 

 

Ausgesetzt – mit Happy End

Im Juni meldete sich per Handy ein Anrufer, der Rat und Hilfe suchte, um ein ausgesetztes Kaninchen einzufangen. In der Nähe der Fordwerke bei Köln saß nun schon seit einer Woche ein Kaninchen in einer Grünanlage, aber es ließ sich nicht anfassen. Ich gab den Rat, dort eine Kiste mit Futter aufzustellen, vielleicht konnte das Kaninchen auf diese Weise eingefangen werden.

Ausgesetztes Kaninchen war tragend

Als das Kaninchen die Kiste sah, lief es sofort hinein, es war froh in der Kiste Schutz und Geborgenheit zu finden. Die Leute brachten es mir am nächsten Tag und ich stellte fest, das es Weibchen war, deren Zitzen rundum kein Fell mehr hatten... da ahnte ich schon, dass wir bald kleine Kaninchenbabys bekommen würden. Und drei Tage später war es schon soweit, Puschel brachte drei gesunde kleine Wonneproppen zur Welt, sie waren so niedlich und süß.

Murmelchen und Mona Lisa

Die "Findlingseltern" waren sehr an Puschis Schicksal interessiert und besuchten bald die drei Babys, sie wurden schnell groß und waren bildhübsch. Die Findlingseltern hatten so viel Freunde an den Kaninchen, dass sie beschlossen, die Mama und ein Töchterchen zu übernehmen. So blieben die beiden anderen Babys Murmelchen und Mona Lisa bei uns im Little Animal Home und Mama Puschi kam mit Tochter Plüschel in ein liebevolles Zuhause.

Bildhübsche Babys brachte Puschi zur Welt

 

 

 

 

 

 

Arbeitslos- kein Geld für Futter

Die allgemein schlechte wirtschaftliche Lage wird sich in Zukunft auch negativ auf die Versorgung der Tiere auswirken; bei den niedrigen Sozialleistungen bleibt oft kein Geld für Futter oder Tierarztkosten übrig, die ersten Auswirkungen haben wir bereits erlebt. So habe ich zwei Kaninchen bei Sozialhilfeempfängern abgeholt, die kein Geld für Futter und Heu hatten, sie haben die Tiere nur noch mit Pellkartoffeln ernähren können. Bei uns haben sie sich gierig auf das Heu und Pelletsfutter gestürzt.

Lolita stürzt sich sofort auf den Futternapf

Im zweiten Fall betraf es zwei kleine Meerschweinchenmädchen, die eine alleinerziehende Mutter von Leuten übernommen hatte, die nach Spanien ausgewandert waren. Da die Tiere keinen gesunden Eindruck machten und den Rücken voller Schorfkrusten hatten, ging sie mit ihnen zum Tierarzt. Dort diagnostizierte man einen starken Milbenbefall, verordnete Medikamente und teilt ihr mit, das diese Behandlung in einer Woche wiederholt werden müsste. Als sie dann anschließend die Rechnung über 80 €! erhielt, war sie völlig geschockt. Eine weitere Behandlung mit solchen Kosten konnte sie nicht aufbringen und war gezwungen, die Tier in einem Kölner Tierheim abgeben. Da aber niemand bereit war die kranken Tiere aufzunehmen, wandte sie sich in ihrer Not an uns, ob wir helfen könnten. Für mich stellte so ein Krankheitsfall kein großes Problem dar und sagte ihr zu, die Tiere bei uns aufzunehmen. Ich kann nicht verstehen, wie ein Tierarzt solch hohe Behandlungskosten für so eine unbedeutende, leicht zu behandelnde Krankheit rechtfertigen kann!!! Die beiden Meerschweinchenmädchen kamen in ein Extragehege in Quarantäne, wurden entsprechend mit meinen speziell zusammen gestellten Medikamenten behandelt und konnten nach zwei Wochen geheilt in eine unserer Gruppen integriert werden. Die junge Mutter war sehr erleichtert, dass ich sie von diesen Sorgen befreit hatte und ihre Tiere bei uns ein schönes Zuhause gefunden haben. Sie wollte ihre Schweinchen zusammen mit ihrem Sohn in den nächsten Wochen auf jeden Fall noch mal besuchen, aber wie in 80 % aller Versprechungen ist niemand mehr gekommen...

Eine weitere Aufnahme von zwei Meerschweinchen wegen langfristiger Arbeitslosigkeit kam einige Tage später auf uns zu. Eine junge Frau hatte zwei Meerschweinchen, Mutter mit Sohn, und da sie in Köln keinen neuen Job fand, wollte sie sich in anderen Städten bewerben und konnte sich aus diesen Gründen nicht mehr um die Tiere kümmern. Sie brachte die beiden mit dem Fahrrad zu mir ins Büro und nun leben Mutter und Sohn gut versorgt bei uns im Rudel.

Durch Zufall gefunden...

In einer Lagerhalle, die bereits seit einiger Zeit leer stand, fand man bei einem zufällig stattgefundenen Besichtigungstermin einen Käfig mit zwei Kaninchen, ein noch recht junges Löwenmixpärchen. Eigentlich wollten wir keine neue Kaninchen mehr aufnehmen, da die Arbeit und Kosten nicht mehr zu schaffen sind, aber in diesem Fall habe ich auch wieder unsere Hilfe zugesagt. Über die Kaninchenhilfe konnte wir erfreulicherweise das Weibchen gut vermitteln, trotz starken Schnupfens ist sie übernommen worden. Das Böckchen wurde kastriert und an die Mutter einer Freundin in liebvolle Hände vermittelt. Wäre nicht zufällig dieser Besichtigungstermin gewesen, was wäre aus den beiden Kaninchen geworden??

 

Kimberly und Ashley

November 2004

Diese beiden deutschen Riesenkaninchen sind ebenfalls von dem Züchter, wo ich im März dieses Jahres die arme Mutzili herausgeholt habe. Kimberly hatte von Geburt an eine Missbildung des linken Augapfels und war somit "Ausschuss" und sollte zusammen mit ihrem ebenfalls schwer sehbehinderten Schwesterchen entsorgt werden! Zwei Deutsche Riesen aufzunehmen bedeutet eine entsprechende Platzreservierung in unseren Gehegen. Aber die Vorstellung, die beiden an diesem Ort ihrem Schicksal zu überlassen... damit konnte ich mich nicht abfinden. Da ich nur eine Transportkiste mitgenommen hatte - ich wollte ja vernünftigerweise nur einen Deutschen Riesen retten - wurden die beiden kurzerhand in einen Pappkarton gesteckt und traten so die Heimreise ins Little Animal Home an.

In den ersten Wochen blieben sie bei uns im Haus, in dem 1.40 m großen Käfig konnte man sie als Welpen noch gerade so halten. So wie wir zu Hause waren, blieb die Käfigklappe ständig offen, da sie absolut stubenrein wurden und nichts angeknabbert haben. Sie haben sich wunderbar bei uns eingelebt und wurden zahm wie Hunde. Sie lagen in dem Katzenkörbchen, zwar nur zur Hälfte, da der ganze Körper nicht hineinpasste, sie kamen abends zu mir auf’s Sofa und ihren Käfig benutzten sie nur noch zum Fressen und Pipi machen.

Da wir Kimberlys Auge so nicht belassen konnten, schickte mich meine Tierärztin zu einem Spezialisten, der mittels einer "Nickhautschürze" versuchen wollte, das Auge zu retten. Richtig überzeugt war ich von dieser Operation nicht, da ich mir nicht vorstellen konnte, wie sich diese Augenmissbildung so beheben lassen könnte. Aber er war der Spezialist und so wurde Kimberly zum erstenmal an ihrem linken Auge operiert.

Wie ich es schon vermutet hatte: diese Behandlung brachte keinen Erfolg. Während des Wachstums von Kimberlys Kopf, wurde die Missbildung des Augapfels immer mehr zu einem Problem, da sich in der Augenhöhle das Augenwasser sammelte und in Verbindung mit Staub und Dreck zu ständigen Entzündungen führte. Im Laufe der Zeit wurde sie bei den Reinigungsmaßnahmen des Auges recht unwirsch und der Entzündungsherd nahm zu. Es gab nur eine Lösung, sie auf Dauer von diesem Problem zu befreien: das Auge musste entfernt werden. 
Da ich diese Operation bereits bei zwei Kaninchen durchführen lassen musste, wusste ich, was auf mich zukam. Diese beiden Operationen sind ohne Zwischenfälle prima verlaufen und die Kaninchen hatten es gut verkraftet und konnten so noch einige Jahre bei uns leben.
In meinem Herbsturlaub war es dann soweit. Ich brachte meine mittlerweile 8,4 kg schwere Kimberly morgens zum Tierarzt und holte sie Mittags wieder ab. Durch die großen Ohren musste ich die Halskrause ein wenig umarbeiten, aber dann war das Tragen kein Problem mehr. Sie erholte sich sehr schnell nach der Narkose und am selben Nachmittag saß sie schon wieder Möhren fressend trotz Halskrause in ihrer Gruppe.

Es ist bei allen Erkrankungen oder Operationen für die Psyche das Kaninchens sehr wichtig, möglichst schnell wieder in ihre Gruppe zurück zu können, dort fühlen sie sich wohl, was für den Heilungsprozess und das Immunsystem sehr wichtig ist. Kimberly wurde ohne Schwierigkeiten trotz ihres veränderten Aussehens im Rudel aufgenommen und konnte mit der Halskrause alles Fressen und Trinken. Nach vier Tagen wurde die Tamponade aus der Augenhöhle entfernt, nach weiteren acht Tagen die Fäden gezogen und die Halskrause entfernt. Beim Fäden ziehen saß Kimberly völlig ruhig und entspannt auf dem Behandlungstisch, ich musste sie nicht einmal festhalten. Sie hat diese ganze Aktion ohne "seelische Schäden" weggesteckt, heute ist alles wunderbar verheilt und Fell über die Stelle gewachsen.

Eigentlich wurden mir die beiden als Schwesterchen von dem Züchter/Fachmann übergeben, aber bei Ashley hatte ich schon von Anfang an meine Zweifel..... vom Verhalten war sie immer schon frecher, aufdringlicher und der Kopf entwickelte die typische Rammlerform: kurz und gedrungen. Aber es waren keine Hoden zu sehen und das "gewisse Etwas" war ebenfalls völlig unterwickelt. Trotzdem wurde er kastriert, obwohl er wahrscheinlich auf Grund der Fehlentwicklung nicht zeugungsfähig gewesen wäre. Aber das Risiko wollten wir keinesfalls eingehen. Da er seinen Namen von klein an kennt und auch darauf hört, wird er nun weiterhin Ashley gerufen.

Beide Kaninchen habe ich vor und nach den Operationen mit immunstärkenden Mitteln behandelt, damit sie die Strapazen körperlich gut überstehen. Es geht ihnen beiden heute gut und ihre Gewicht liegt nun über neun Kilogramm. Deutsche Riesen haben einen unwahrscheinlich liebenswerten Charakter und eine ganz besondere Ausstrahlung, die mich immer wieder auf's Neue fasziniert. Trotz aller Sorgen, Kummer und Kosten, die wir durch die beiden auf uns genommen haben, bereue ich nicht eine Sekunde, sie aus ihrem dreckigen, dunklen Stall vor dem Tod gerettet zu haben.

Sollte irgendwo wieder ein Deutscher Riese in Not sein, ich werde ihn jederzeit sofort bei uns aufnehmen, egal welche Probleme und Sorgen damit wieder ins Little Animal Home einziehen.

 

 

 

Mutzis trauriges Schicksal  

Über eine andere Tierschützerin kam ich in die Anlage eines Kaninchenzüchters. Dort saß eine ca. zweijährige Deutsche Riesin mit schweren Atemgeräuschen in einer winzigen dunklen Box. Sie sollte in zwei Tagen getötet werden... Sie war so lieb und zutraulich in ihrem winzigen Holzverschlag, dass ich den Gedanken nicht ertragen konnte, dass sie so ihr Leben beenden sollte. Gegen Auslösung des Schlachtpreises durfte ich sie mitnehmen. Zu Hause gab ich ihr homöopathische Immunstärker und habe sie gleich inhalieren lassen, um ihr die Atmung zu erleichtern. Am nächsten Tag ging es zum Tierarzt und sie bekam für die nächsten Tagen eine intensive, antibiotische Behandlung verordnet. Sie liebte die Stunden in der Sonne, die sie tagsüber im Freien verbringen konnte.

Mutzili liebt die Stunden in Sonne und Freiheit, zusammen mit unserem Kater Leo

Da sie ihre Leben in einem viel zu kleinen Stall verbracht hatte, konnte sie sich kaum bewegen und herumlaufen, nach wenigen Schritten hatte sie keine Kraft mehr.

Man sieht es Mutzili an, dass es ihr nicht gut geht. Sie liegt gerne auf dem Sofa bei

Nachts blieb sie bei uns im Haus, tagsüber durfte sie bei Sonne und Wärme im Garten sitzen. Zuerst zeigte sich eine Besserung und ich hoffte so sehr, dass sie wieder gesund würde. Ihre Anhänglichkeit wuchs von Tag zu Tag, sie lag abends mit mir auf dem Sofa und genoss die vielen Streicheleinheiten.

Dann kam ein schwerer Rückschlag der Erkrankung, es gab trotz aller größter Bemühungen keine Besserung ihres Zustandes.... An einem Freitagabend, fünf Wochen nachdem ich sie aus ihrem "Gefängnis" herausgeholt hatte, musste ich sie schweren Herzens einschläfern lassen, sie bekam kaum noch Luft und musste von ihrem Leiden erlöst werden.
Ich hatte so sehr gehofft, dass sie bei uns noch ein paar schöne Monate hätte erleben dürfen, in Freiheit und Sonne...mit viel Liebe.
Warum nur ist es oft so aussichtslos, den erkrankten Kaninchen zu helfen...

Den Krebs nicht besiegt

Eines Tages kam Florina zu uns, ein ganz liebenswertes, schon älteres Kaninchenmädchen mit chronischem Schnupfen und Hüftfehlstellung. Sie kam von einem anderen Tierschutz als unvermittelbar und sollte bei uns noch ein schöne Zeit im Rudel genießen.

Doch es kam leider ganz anders... als ich sie am nächsten nach ihrer Ankunft genau untersuchte, bemerkt ich einen dicken Knubbel an einer Zitzen. Und wieder ging es zum Tierarzt und ein OP-Termin wurde vereinbart, um die Geschwulst oder Tumor zu entfernen. Bis zu dem Termin habe ich Florina intensiv mit Immunstärkern und Aufbaumitteln behandelt, damit sie mit den besten Voraussetzungen trotz ihres Schnupfens diese Operation gut überstehen sollte. Florina war eine ganz sanfte, ruhig Kaninchendame, die ich gleich ins Herz geschlossen hatte. Die Operation hatte sie wunderbar überstanden, war abends schon wieder munter und hatte gut gefressen. Sie sollte noch einige Zeit bei uns im Haus bleiben, um die Nachwirkungen der OP gut zu verarbeiten. Aber nach zwei Wochen bemerkte ich erneut eine Verdickung an ihrem Bauch... ein Tierarztbesuch ergab, dass sich bereits erneut mehrere Tumore in ihrem Unterleib gebildet hatten.... Meine Tierärztin hat mir von weiteren Operationen abgeraten, da es aussichtslos war, Florina von den Krebswucherungen zu heilen. Ich sollte ihr die restlichen Wochen, die ihr noch blieben, so schön wie möglich gestalten.

d ob ich das tun wollte, sie kam bei schönen Wetter in einen Paddock auf die Wiese. Innerhalb von drei Wochen wuchs der Tumor unaufhörlich und dann musste ich eines Tages wieder die Entscheidung treffen, sie von ihrem Leiden zu erlösen... 

Wie geht es unseren drei Grazien?

Nun leben unsere drei Grazien schon zwei Jahre bei uns und sind gesundheitlich bisher unsere gesündesten Kaninchen. Diese Tatsache bestätigt meine Meinung, dass die sogenannten "Schlachtkaninchen" vom Bauern eine robuste Gesundheit haben. An ihnen wurde nichts "verzüchtet", keine Farben und Fellformen verändert und die Kopfform in ursprünglicher Form belassen. Wer auf der Suche nach einem gesunden Kaninchen ist, dem kann ich nur den Rat geben, sich solch ein liebenswertes größeres Tier beim Bauern zu holen. Hierbei ist jedoch zu bedenken, dass handelsübliche Käfige für diese größeren Kaninchen nicht in Frage kommen. Da sollte in Eigenbauweise ein großes Gehege erstellt werden. (1. Halbjahr 2003)

Nanette, eine unserer drei Grazien

Unser schönstes Liebespaar

Im Winter diesen Jahres bekamen wir die bildhübsche Kaninchendame Lena, sie saß in einem winzigen Käfig und sollte, falls sie niemand wollte, geschlachtet werden. Ein junge Frau nahm sie in letzter Minute auf und sucht über das Internet ein neues Zuhause für Lena, da sie auf Dauer nicht bei ihr bleiben konnte. Im Kaninchenforum haben über 100 Leser die Anzeige über ihr Schicksal gelesen, aber niemand wollte Lena bei sich aufnehmen, so kam sie letztendlich zu uns ins Little Animal Home, für solche Notfälle haben wir immer noch ein Plätzchen frei.

<< Lena bei den Meerschweinchen

Leider zeigte sie sich ihren Artgenossen gegenüber so aggressiv, das es mit der Vergesellschaftung nicht so einfach war. Mit den Meerschweinchen gab es aber keine Probleme, so dass sie mit diesen kleinen Genossen in Gesellschaft saß. Als unsere drei Kaninchenbuben kastriert waren, wollten wir noch mal einen Versuch starten, Lena einen netten Jungen zukommen zu lassen. Und siehe da, als sie Rambo sah, war es Liebe auf den ersten Blick, von diesem Zeitpunkt an waren die beiden unterschiedlich großen Kaninchen unzertrennlich ;-)) (1. Halbjahr 2003)

Lena und Rambo sind unzertrennlich >>

 

Wuppi, das Fundkaninchen

Im Juni wurde bei unserer Tierärztin ein kleines, weißes Fundkaninchen abgegeben. Ihr gesundheitlicher Zustand war sehr schlecht, eine hochgradige, eitrige Ohrentzündung links musste in den darauffolgenden Wochen mehrfach unter Narkose behandelt werden. Täglich habe ich Wuppis Öhrchen gereinigt und mit Medikamenten versorgt. Sie bekam zusätzlich immun-stärkende Aufbauspritzen und wurde komplett durchgeimpft. Ihr Fell war schmutzig gelb, die Pfötchen dunkelbraun, ein Hinweis darauf, dass Wuppi sehr lange im dicksten Mist gesessen haben muss. Als man dann bemerkte, dass das Kaninchen krank war, hat man sich dessen bequem entledigt und ausgesetzt! Trotz der Tätowierung in ihren Ohren, ist ein Besitzer nicht zu ermitteln. Lediglich ihr Züchter und ihr Geburtsjahr sind erkennbar, sie kommt aus Wuppertal (daher der Name Wuppi) und geboren ist sie im Januar 1999.

<< Deutlich sieht man Wuppis schiefes Gesichten durch die hochgradige Ohrentzündung.

Heute ist Wuppis Fell wieder schneeweiß, die Ohrentzündung abgeheilt. Jedoch kann diese Entzündung immer wieder auftreten und das Ohr muss regelmäßig kontrolliert werden. Nun lebt Wuppi in unserem Rudel und wird auf Lebenszeit ein sicheres Zuhause haben.

Die verlassene Lilo

Vor drei Jahren haben wir von einer Familie aus Köln mehrfach zwei Kaninchenmädchen in Urlaubspflege genommen. Leider verstarb eines der Tiere während eines Aufenthalts bei uns (sie war vorher sehr krank gewesen) und so blieb Lilo, die Partnerin, im Little Animal Home. Die Besitzer wollten "ihre" Lilo natürlich besuchen und der Abschied ist ihnen "sehr schwer" gefallen. Ich habe Fotos von Lilo zusammen mit ihren Kaninchenpartnern an die Familie geschickt, zu Weihnachten nochmals Fotogrüße - aber sie haben sich nie wieder gemeldet, geschweige sich nach Lilo jemals wieder erkundigt. Ich hatte nach den ganzen Kontakten mit dieser Familie eigentlich einen ganz anderen, positiven Eindruck - aber, wie so oft, sind wir mal wieder enttäuscht worden.

Lilo mit ihrer Kaninchenfreundin Sophie

Eine liebe Freundin hat aus Mitleid eine Patenschaft für die verlassene Lilo übernommen, eine Unterstützung die wir gerade in den letzten Wochen sehr dringend benötigten. Lilo hatte eine schwere Hautinfektion, die tägl. mit einer selbsterstellten homöopathischen Tinktur und Heilsalbe behandelt werden musste. Nun ist es fast abgeheilt, die Behandlung war erfolgreich. (12/2003)

Timmy, der liebe Adoptivpapa

2002

Timmy wurde im November schweren Herzens aus Allergiegründen bei uns abgegeben. Selten bekommen wir so ein liebes, freundliches und zutrauliches Meerschweinchen. Der Abschied von seinem Tier fiel dem jungen Mann sehr schwer, doch Timmy hat sich vom ersten Moment an in der Gesellschaft anderer Meerschweinchen sehr wohlgefühlt.

(v.l. Timmy, Ambrosius, und das kleine Hummelchen)

Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit wurde er der Adoptivpapa von unseren beiden Mickerlingen Hummelchen und Ambrosius. Diese beiden Böckchen kamen am. 8.9. plötzlich und unerwartet zur Welt, wir wussten nicht, dass Leila ein schwangeres Weibchen war, als sie bei uns abgegeben wurde. Sie war damals so klein und dünn, dass ich ihre "Gewichtszunahme" als gesundes Wachstum interpretierte. Um so erstaunter war ich, als eines Tages zwei Winzlinge an Meerschweinchenbabys im Gehege saßen. Hummelchen blieb viele Wochen so klein, dass ich Sorge hatte, ob er überleben würde. Doch er hat es geschafft, aber er ist nur halb so groß wie sein Bruder Ambrosius. Timmy ist sehr freundlich zu den beiden Kleinen und sie haben ihn als Adoptivpapa akzeptiert.

Verdammter Kaninchenschnupfen

Juli 2002

Immer wieder erleben wir die traurige Entwicklung des Kaninchenschnupfens bei unseren Tieren, leider ist es eine aussichtslose Erkrankung die in ihrem Verlauf stets gravierende Atemnot im Endstadium zur Folge hat. Ein Heilung ist nie möglich, nur unter erheblichem Aufwand eine Linderung der Symptome und Aufschieben des Todes.

Trotz Schutzimpfung unserer Kaninchen mit Cunivak Past erkranken die Tiere, die Impfung ist leider kein 100 % Schutz vor diesem Schnupfen. Zuerst äußert er sich mit häufigem Niesen, später tritt dabei weiße Flüssigkeit aus der Nase und im zunehmenden Stadium verschlechtert sich die Lungenfunktionsfähigkeit.

So wie eines unserer Kaninchen niest, bekommt es sofort ein Antibiotikum (Baytril) gespritzt, zusätzlich oral Sinupret und Vitamine verabreicht. In wenigen Fällen kommt es dann noch mal für kurze Zeit zum völligen Verschwinden der Symptome. Treten sie dann aber später wieder auf, schlägt kein Antibiotikum mehr an und der Krankheitsverlauf nimmt stetig und ungehindert seinen Verlauf.

Auch unser lieber kleiner Arnold saß eines Tages niesend im Gehege und ich habe ihn gleich in der üblichen Weise versorgt, zuerst besserte sich sein Zustand für einige Monate, doch im Februar dieses Jahres brach es um so heftiger aus. 

Ich holte ihn aus dem Außengehege zu uns ins Haus, denn die kalten Wintertemperaturen vertrug er nun nicht mehr. Er brauchte zusätzlich hohe Cortisondosen, um die Luftnot in akuten Anfällen zu lindern. Tägl. inhalierte er Bronchoforton, bekam unterstützend homöopathische Mittel, wurde mit frischem Gemüse und Kräutern nur so verwöhnt, doch alle Bemühungen halfen nur wenig, seinen Zustand zu verbessern, er nahm stetig ab. Um auszuschließen, dass ein Zahnproblem / Kieferabszess vorlag, wurde er geröntgt, doch hier gab es keinen weiteren Befund, der für den Gewichtsverlust verantwortlich war.

Ende April besuchte ich mit einer Freundin eine Nagerbörse in Hamm und entdeckte ganz zum Schluss der Veranstaltung ein kleines Kaninchen in einem Käfig, das als letzter Mickerling übrig geblieben war. Aus Mitleid nahm ich den kleinen Kerl für 6 € mit, und er sollte nun Arnold die letzten Wochen seines Lebens als "Kleiner Freund" begleiten. Beide verstanden sich auf Anhieb und nun blieben sie bis zur letzten Stunde von Arnold Leben zusammen. Im Mai war der Tag gekommen, wo ich die Entscheidung treffen musste, Arnold nicht aus Egoismus meinerseits am Leben zu erhalten, sondern ihn aus Tierschutzsicht erlösen zu müssen. Dieser Tierarztbesuch zur Einschläferung ist mir so schwer gefallen, Arnold gehörte zu meinen ganz besonderen Lieblingen, doch ich wusste, das Einschläfern bedeutete für ihn die Erlösung seiner Leiden und das Verhindern einer Erstickung durch Luftnot.

Nicht nur Arnold haben wir an diesem verdammten Kaninchenschnupfen verloren, auch unsere alte Lady Beppolinchen, der alte Siggi, Floh, ... sind bereits an dieser tückischen Krankheit verstorben oder eingeschläfert worden.

Tiere bei Zwangsenteignung zurück gelassen

Juli 2002

Mehrere Tiere wurden bei einer Zwangsenteignung eines Einfamilienhauses einfach im Garten nach dem Auszug der Besitzer zurück gelassen. Eine tierliebe Nachbarin bemerkte, dass die Tiere Tage später immer noch da waren und sich niemand um sie kümmerte.

Das ist Rocky, er ist im Gegensatz zu seinem Namen ein ganz friedlicher Bursche

Ein Meerschweinchen quiekte ganz laut und machte so auf sich und zwei Kaninchendamen aufmerksam. Das bereits wohl ältere Meerschweinchen Rocky lebt mittlerweile in unserem Rudel. Auch Marie und Finchen sind mittlerweile prima in unserem Kaninchenrudel II integriert und fühlen sich sehr wohl.

Das ist Maria, die bereits zufrieden und
glücklich bei ihren Artgenossen liegt

Das ist Finchen, unten in der Gruppe

Ein Paddock für unsere Kaninchen

Juli 2002

Damit unsere Kaninchen zusätzlichen Auslauf haben und wir auch kranken Tieren etwas mehr Freilauf gewähren können, haben wir an unsere beiden Gehege noch ein 6 qm großen Paddock gebaut.

Im Herbst wurde diese gesamte Gehgeanlage mit Beleuchtung und Steckdosen ausgerichtet, so können wir im Winter die neuen Edelstahltränken beheizen und eine optimale Wasserversorgung während der Wintermonate gewährleisten.

 

 

Weihnachtliche "Bescherungen"

Dezember 2001

Am Samstag vor Heilig Abend bekamen wir ein schwerkrankes kleines Kaninchen, das von seinem Besitzer in einem Zooladen einfach abgegeben wurde: es war ihm zu lästig, das kranke Tier über die Feiertage zu behalten!

Ich war geschockt über den Zustand des kleinen Kaninchens: es war bis auf die Knochen abgemagert, hatte wässrigen, übel riechenden Durchfall, eitrigen Schnupfen und ihre Ohren waren vollständig mit einem talgigen Belag überdeckt, da sie hochgradig Ohrmilben hatte. Sie war völlig apathisch und ich überlegte, ob eine Behandlung überhaupt Sinn hatte. Doch so schnell wollte ich nicht aufgeben sondern versuchen, diese süße kleine Puppe zu retten. Ich versorgte sie mit allen notwendigen Medikamenten, die für ihre vielen Erkrankungen notwendig waren. Mittlerweile ist unsere Tierapotheke so umfangreich ausgestattet, dass ich alles vorrätig hatte und sofort mit der Versorgung beginn konnte. Die Krusten an den Ohren löste ich vorsichtig mit lauwarmem Wasser und behandelte sie täglich mit einem Milbenmittel.

Kitty ist ein sehr zierliches Kaninchenmädchen und hat einen liebenswerten Charakter

Der schwere Durchfall wurde durch die Darmparasiten Kokzidien verursacht, was ich mittels einer Kotprobenuntersuchung am Mikroskop feststellen konnte. Auch hier konnte ich gleich das entsprechende Mittel verabreichen, das diese Darmparasiten vernichten sollte. Für den eitrigen Schnupfen bekam sie ein Antibiotikum gespritzt und zusätzlich noch ein immunstärkendes Präparat. Die kleine Kitty, so tauften wir unsere Weihnachtsbescherung, war unheimlich lieb und anhänglich und ich wünschte mir so sehr, dass sie gesund werden sollte. Trotz ihrer vielen Krankheiten zeigte sie großen Appetit, war sehr munter und aktiv. Natürlich wurde sie reichlich mit abwechslungsreichen Frischfutter und Leckereien verwöhnt. Nach drei Tagen wurde dann endlich der Durchfall weniger, der Kot formte sich wieder. Die Ohren verloren den talgigen Belag, und langsam kam gesunde rosa Haut zum Vorschein. Nur der Schnupfen blieb hartnäckig und ist leider chronisch geworden. Kitty hat sich wunderbar erholt und gut zugenommnen, aber sie ist ein sehr zierliches Kaninchen geblieben. Heute lebt die kleine Kitty mit unseren älteren Kaninchenherren Felix und Robby in unserem Tierzimmer zusammen. Im Frühjahr wird sie dann in eines der Außengehege umziehen, damit sie in einem größeren Rudel mit ihren Artgenossen mehr Abwechslung hat. *

 

Sommer 2001

 

Im Juli erhielten wir einen Anruf einer älteren Dame mit der Anfrage ob wir nicht einem alten, blinden Kaninchen für den Rest seines Lebens ein Zuhause geben könnten. Er lebte bei drogensüchtigen jungen Leuten nur unter dem Sofa und würde sehr schlecht betreut. Sie selber kann ihn nicht bei sich aufnehmen, da sie zwei Hunde und drei Katzen hat, die ihn nur jagen würden. Außerdem wären da noch zwei Wellensittiche, die in einem kleinen Käfig dahinvegetieren. Nach der letzten Fete in der Wohnung lag der Käfig in einer Zimmerecke, die beiden Vögel (Coco und Merlin) hatten kein Futter und Wasser mehr und saßen ganz verängstigt auf dem Boden. Ich sagte natürlich sofort zu diese Tiere bei uns aufzunehmen und so kamen die drei eines Samstags zu uns in Little Animal Home. Die beiden Vögel haben sich sofort in unserer großen Voliere sehr wohl gefühlt, endlich konnten sie mal richtig fliegen und finden nun viel Abwechslung in unserer Vogelschar.

Doch als ich das Kaninchen sah, war ich geschockt; die Krallen waren 2-3 cm lang und wuchsen bereits rund nach oben. Beide Augen waren trüb und blind, eine Augenentzündung wurde nicht behandelt und dadurch verlor er seine Sehkraft. Später stelle ich dann fest, dass der arme Kerl auch noch taub war. 

Unser 8 Jahre alter Opi ist blind und taub

Wir nannten ihn liebevoll Opi und setzen ihn erst mal nach der aufregenden Autofahrt an ein schattiges Plätzchen im Garten. Er war sehr geschafft und ich machte mir Sorgen ob er sich erholen würde, aber nach einer halben Stunde fraß er genüsslich Gras und Löwenzahn und erkundete sein Gehege. Am Abend kam er mit zu uns ins Haus und ich habe ihm vorsichtig die Krallen geschnitten, danach fing er sofort an sich ausgiebig zu putzen, was ihm wohl bisher mit den langen Krallen sehr schwer fiel. Ein großes Problem bestand darin, dass unser Opi ein unkastriertes Böckchen war und wir ihn somit nicht mit Weibchen zusammen setzen konnten und er von den anderen Blöckchen nicht akzeptiert wurde. Hinzu kam dass er vor anderen Tieren große Angst hatte und in Panik geriet wenn er in ihre Nähe kam. So haben wir ihn die ersten Wochen allein gehalten und abends mit Streichel- und Schmuseeinheiten verwöhnt.

Unser kleiner Lucas ist über die langen Krallen vom Opi ebenfalls entsetzt

Dabei bürstete ich ihm sein Fell, da er alleine die Fellpflege nicht mehr so richtig schaffte. Opi fraß am liebsten Schmelzhaferflocken und Löwenzahn und das ganze bitte immer schön abwechselnd. Er bekam spezielle Vitaminkräuterpellets und ein besonders zusammengestelltes Futter für seine Bedürfnisse. Unser Opi durfte bei schönem Wetter seinem eigenen Auslauf im Garten sitzen, dort mümmelte er frisches Gras und hielt gern ein Nickerchen in der Sonne. Vor kurzem mussten seine Zähne behandelt werden, spitze Hacken an den Backenzähnen verursachten ihm beim Kauen Schmerzen und er nahm an Gewicht ab. Nach der Zahnkorrektur fraß er eine zeitlang wieder ohne Beschwerden.

Unser Opi ist uns sehr ans Herz gewachsen, denn diese Pflegefälle mit solch einem traurigen Schicksal hat eben noch ein ganz klein wenig mehr lieb. Wir wünschen ihm sehr, dass er noch einige Monate oder vielleicht Jahre bei uns bleibt. 

In den folgenden Wochen haben wir ihn mit einem sehr lieben und ruhigen Meerschweinchen vergesellschaftet und er genießt es sehr mit ihm zusammen zu liegen und von ihm geputzt zu werden.

Leider machen uns die Zähne von unserem Opi weiterhin große Sorgen, sie wurden bereits beim Tierarzt korrigiert. Eine größere Korrektur unter Narkose ist aufgrund seines Alters ein sehr hohes Risiko. 

NACHTRAG
Am 25. September wurde unser alter Opi eingeschläfert. Nachdem er am Wochenende kaum noch Futter zu sich nahm, sind wir mit ihm wieder zum Tierarzt und mussten nun doch unter Narkose die Zähne untersuchen lassen.
Dabei wurde am Oberkiefer eine Zahnlücke entdeckt, die sich bereits entzündet hatte und eine Vereiterung bis in den Kieferknochen hineinragte. Jegliche Behandlungsmaßnahmen wären für unseren lieben kleinen Opi aussichtslos gewesen und hätten ihn nur unnötig gequält.
Wir hätten ihm so gerne noch viele schöne Wochen in unserem kleinen Tierheim gegeben, aber auch hier hat mal wieder eine schwerwiegende Zahnerkrankung die Hoffnung auf eine Heilung genommen.
Unser Opi hatte wenigsten noch ein paar schöne Wochen bei uns, durfte in der Sonne im Garten sitzen und Gras fressen, hatte dann doch noch ein Meerschweinchen als Partner bekommen und bekam jeden Tag seine Schmuse- und Streicheleinheiten.

 

Unsere drei Grazien

Sommer 2001

Im Juni 2001 kam eine Meldung vom Porzer Tierschutzverein, daß in Porz drei Wildkaninchen, ca. 1 Jahr alt, in einem winzigen Käfig sitzen würden, und ob wir uns darum kümmern könnten. Eine ältere Dame hätte sie letztes Jahr im Feld gefunden und großgezogen, nun wäre die Dame verstorben und die Nachbarn hätte sie als Notlösung erst einmal aufgenommen.

Ich hatte mich bei Fachleuten bereits erkundigt, ob es möglich sei, Wildkaninchen nach einem Jahr in Gefangenschaft auszuwildern. Dies sei kein Problem versichert man mir und ich wollte diese drei Wildkaninchen ins Sauerland zu dieser Station fahren, dort sollte alles weitere veranlasst werden.

Als ich nun in Porz ankam, den Deckel des winzigen Holzstalls öffnete, guckten mir drei riesige Stallkaninchen entgegen!

Vor Schreck machte ich erst mal den Deckel wieder zu, denn eins war mir sofort klar, auswildern konnten man diese drei Damen keineswegs! Es waren keine Wildkaninchen, sondern ausgewachsene Stallkaninchen. Das bedeutet für mich in diesem Moment, wenn ich die drei Stallkaninchen mitnahm, hat das Little Animal Home drei Bewohner mehr, denn vermitteln lassen sich solche Kaninchen so gut nicht. Die Gefahr, dass sie doch im Kochtopf landen, ist zu groß.

Das die drei dort dringendst weg mussten war klar, der Stall war 1 x 0,5 x 0,5 m, die Drei konnten sich überhaut nicht bewegen oder aufrichten und raus kamen sie auch nicht.

So "stopfte" ich sie in meine für solche Riesen eigentlich viel zu kleine Transportboxen und wir fuhren nach Hause. Die Nachbarn war übrigens heilfroh die Kaninchen endlich los zu sein. 

Zuerst kamen sie in unseren Notstall der 1 qm Auslauf zusätzlich am Häuschen hatte. Sie waren sehr, sehr dünn und hatten unwahrscheinlich großen Durst. Innerhalb von zwei Stunden haben sie einen Liter Wasser getrunken und sich gierig auf unser Futter gestürzt. 

Unsere drei Grazien heißen Brünette, Nanette und Jeanette

So standen mein Mann und ich vor den drei "Grazien", wie wir sie liebvoll nannten, und überlegten wie es mit den ihnen nun weitergehen sollte. Da wir für unser Riesenkaninchen Löffelchen bereits ein zusätzliches Gehege gebaut hatten, sollte es nun an einem weiteren Gehege nicht scheitern. Zufällig hatten wir auch noch Urlaub und so holten wir am kommenden Montag das Material, am Dienstag wurde gebaut und Mittwochs zogen die drei in ihr schönes großes Gehege ein. Eine Woche später kam Pierre zu uns, ein weiß-schwarzes Stallkaninchen, der richtige Mann für meine drei Damen! Doch erst musste er mal kastriert werden, denn er war ein unkastriertes Fundtier. Nach der entsprechenden Wartezeit durfte er zu ihnen und nun sind die vier eine harmonische Gruppe, wobei Pierre in dieser Damenriege nicht viel zusagen hat.

Links ist das Gehege von unserem Löffelchen, daneben wohnen nun unsere drei Grazien und Pierre. 

Eigentlich wollten wir auf keinen Fall ein weiteres Gehege bauen, weil die Arbeit und auch die Kosten immer schwieriger zu bewältigen sind, aber wie es dann so ist, für diese drei liebenswerten, zutraulichen Mädchen blieb uns gar nichts anderes übrig. Und jetzt sind wir richtig froh darüber, dass ich sie aus diesem winzigen Stall befreit habe und es ihnen bei uns nun so gut geht.

 

 

Die kleine Kaninchenfamilie

November 1999

Unsere kleine Kaninchenfamilie kam Ende Oktober 1999 zu uns. Wie es leider so oft vorkommt, wurden sie als "Kinder-Spielzeug" angeschafft. Dann gab es unerwarteten (unerwünschten) Nachwuchs und die Kinder verloren schnell das Interesse an den Tieren und der vielen Arbeit. So wurden sie dann auf dem Balkon abgeschoben; die Kaninchenmutti mit ihren drei Kindern in einem kleinen Käfig und der Papa separat in einer Einkaufsklappkiste.

Eines der drei kleinen Babys (sie waren gerade vier Wochen alt als sie zu uns kamen) litt an einer Fehlhaltung und war nur halb so groß wie seine Schwestern. Es hielt sein kleines Köpfchen völlig schief und drehte sich häufig im Kreis. Es war so dünn und zerbrechlich, daß ich mich gar nicht richtig traute, ihn in die Hand zu nehmen. Am nächsten Tag kam unser Tierarzt zu uns, um unseren Katzen und sieben Kaninchen die (unverzichtbaren!) Schutzimpfungen zu geben. Ich stellte ihm gleich die neue Kaninchenfamilie vor und im besonderen unser kleines Sorgenkind Fips. Er meinte, daß er wohl einen Nervenschaden im Genickbereich erlitten hätte, durch die Enge des kleinen Käfigs. Vielleicht ist wahrscheinlich ein anderes Kaninchen unglücklich auf ihn draufgesprungen. Wir sollten abwarten, wie es sich weiterentwickelte, es könnte sich im Laufe des Wachstums auch von alleine beheben.

Doch noch am selben Abend stellten wir fest, daß sich Fips ständig mit schiefem Köpfchen nur im Kreis drehte und sich dabei die Heuhalme um sein linkes Hinterbeinchen wickelte. Es sah gar nicht gut aus, und die Hoffnung, ihn durchzubekommen, sank. Am Sonntagmorgen hatte er wieder das ganze Hinterbeinchen mit Heu umwickelt, ein Zeichen, daß er sich wohl dauernd im Kreis gedreht hatte. So trafen wir den Entschluß, den kleinen süßen Kerl einschläfern zu lassen um ihn von seinem Leiden zu erlösen. Da es noch recht früh am Tag war, wollten wir unseren Tierarzt noch nicht anrufen. Während dem Frühstück holte ich die kleine Kaninchenfamilie auf unser Sofa. Sie waren sehr scheu und sollten sich an uns gewöhnen, daher wollte ich mich mit Ihnen intensiv beschäftigen. Und es war wie ein kleines Wunder: unser kleiner Fips rannte plötzlich auf dem Sofa auf und ab, hin und her und immer schön geradeaus. Nicht einmal mehr hat er sich im Kreis gedreht, und sein kleines Köpfchen wurde von Tag zu Tag gerader. Der kleine Kerl hat sich im Laufe der kommenden Wochen prima erholt, ist schön kräftig geworden und von seiner Fehlstellung ist nichts zurück geblieben. Als er in das deckfähige Alter kam, trennten wir ihn sofort von seiner Mama und seinen Schwestern. Er lebt nun mit seinem Papi, der natürlich in der Zwischenzeit kastriert wurde, und Chantou (und das ist wieder eine andere Geschichte) zu dritt in einer Männerwirtschaft. In einigen Wochen, wenn er alt und groß genug ist, wird Fips auch kastriert und anschließend werden wir die Männer und Mädels wieder zu einer großen Gruppe zusammen setzen.

 

Schreck in der Morgenstunde

1999

Als eines Samstagmorgens um acht Uhr das Telefon schellte, hatten Stephan und ich absolut keine Lust dranzugehen und schliefen weiter. Nach einer Weile schellte es erneut, und der Anrufbeantworter sprang an. Wir hörten die Stimme unseres Nachbarn, der uns in aller Seelenruhe mitteilte, daß auf der Straße ein weiß-schwarzes und ein graues Kaninchen herumliefen, und fragte, ob die denn wohl uns gehörten?

Und ob die uns gehörten!!!

Bella und Felix hatten sich aus ihrem, gerade am Vortag frisch bezogenen Gehege, einen Ausgang gebuddelt. Wir beide saßen vor Schreck senkrecht im Bett und waren innerhalb weniger Sekunden auf der Straße. Felix konnte ich recht schnell einfangen, er ließ sich freiwillig auf den Arm nehmen, was eigentlich für den kleinen frechen Kerl recht ungewöhnlich war. Bella wollte wohl nicht so recht wieder in ihr Gehege zurück und hopste munter von einer Zaunseite zur anderen. So kamen wir nicht an sie heran, und ihr schien dieses Spiel wunderbar zu gefallen. Mein so praktisch veranlagter lieber Ehemann holte unseren großen Fischkäscher aus dem Gartenhäuschen und so hatten wir auch Bella bald wieder eingefangen und setzten sie zurück in das Kaninchengehege. Notdürftig, aber ausbruchsicher! deckten wir das Loch zu und legten uns, samt unserer drei Katzen (die übrigens nicht mit aufgestanden sind!) noch mal für ein Stündchen ins Bett.

Und das gab’s auch, das Kaninchen, das nicht bei uns blieb

1999

Eines Tages rief eine junge Frau bei uns an, die fragte, ob wir ein kleines Zwergwidderkaninchen aufnehmen würden. Ihr zweiter Hase sei vor kurzem verstorben und sie wollte das Weibchen nicht alleine halten. Da wir zu diesem Zeitpunkt noch nichts von Bella’s Trächtigkeit ahnten, sagten wir zu. So kam Pepples an einem Sonntagmittag zu uns. Die Besitzerin war sehr liebevoll besorgt um ihr Tier und wollte unbedingt noch eine Weile mit einem Stuhl neben dem Gehege sitzen und sehen, ob alle gut verlief. Doch Pepples war sehr geschockt von unserem lebhaften Felix und der etwas eifersüchtigen Bella. Aber beide waren lieb zu ihr, Felix zeigte, wer der Mann im Hause war und Bella putzte sie sogar. Aber Pepples bewegte sich keinen Zentimeter von der Stelle. Meiner Meinung nach hätte es sicher am Abend schon anders ausgesehen, aber die (ständig weinende) Besitzerin meinte, Pepples sei unglücklich und sie wolle sie doch lieber wieder mitnehmen. Pepples wurde zwar nun als Einzeltier gehalten, aber bei einer sehr liebevollen und verantwortungsbewußten Halterin. Pepples bekommt viel Auslauf und Zuwendung, so daß sie sicher auch in der Einzelhaltung ein schönes Kaninchenleben führen wird.

Archiv - Stand: 12.02.07

Die 'verschenkte' Lucie

Eines Tages erzählte mir eine Bekannte, im Kölner Wochenspiegel hätte sie eine Anzeige von einem Kölner Tierheim gelesen. Darin stand, daß dieses Tierheim Kaninchen und Hasen verschenkt! Ich dachte, das kann doch gar nicht möglich sein und besorgte mir diese Zeitung. Mit eigenen Augen las ich nun dieses unglaubliche Inserat.

Es war mir absolut unverständlich und unerklärlich, daß ein von der Stadt unterstütztes Tierheim seine Tiere einfach verschenken darf. Und so nahm ich mir vor, diese Angelegenheit  vor Ort selber zu „testen“.

Im Tierheim angekommen, zeigte man mir zuerst eine rehbraune Kaninchendame. „Die könnte aber vielleicht trächtig sein, doch die Jungtiere können Sie dann ja zurückbringen“ war die Beschreibung zu diesem Kaninchen. Da dieses Tier sich jedoch von der Pflegerin nicht anfassen ließ, zeigt sie mir ein anderes Kaninchen. Dies war sehr ruhig und freundlich, so daß ich sie aus dem Käfig heraus auf den Arm nahm. Ja und dann war es schon passiert, ich nahm dieses unwahrscheinlich dicke Kaninchen mit. So ging ich mit meinem Körbchen zu der Anmeldung und wollte dort natürlich einen Abgabevertrag ausfüllen. Doch als die Tierheimmitarbeiterinnen dieses Kaninchen auf ihrer Liste nicht ausfindig machen konnten, meinten sie: „ach nehmen sie das Tier so mit, wir machen da keinen Vertrag“.   

Lucie, das verschenkte KaninchenLucie ist eine hübsche, sehr sehr liebe Kaninchendame

Ich war fassungslos. Nicht nur, daß dieses Tier einfach verschenkt wurde, es verlangte auch niemand meinen Personalausweis oder fertigte einen Abgabevertrag für einen eventuelle späteren Kontrollbesuch an!

So fuhr ich nun mit dem dicken, weiß-braun gefleckten Kaninchenmädchen nach Hause. Als ich meinem Mann diese Geschichte erzählte, konnte auch er kaum glauben, wie gleichgültig diese Tiere abgeschoben werden. Von Privatleuten sind wir das schon gewohnt, aber von einem öffentlichen Tierheim hätten wir so ein Verhalten niemals erwartet.

Diese Begebenheit und viele andere Episoden der Kleintierhaltung in Tierheimen zeigt uns immer wieder ganz deutlich, daß die Nagetiere nur eine ganz geringe Lobby im Tierschutz haben.

Leider gibt es in fast allen Tierheimen eine Kleintierschwemme, die kaum noch zu bewältigen ist. Die Gedanken- und natürlich Verantwortungslosigkeit der Menschen ist an dieser Situation schuld. Viele Tiere werden unüberlegt angeschafft und dann wird die Arbeit plötzlich zu viel oder der Urlaub steht vor der Tür. Nun wird sich sehr schnell von den Tieren getrennt. Aber auch unvorhergesehene Probleme in der Tierhaltung („das Kaninchen knabbert alles kaputt“ oder „die Meerschweinchen pinkeln überall hin“) veranlassen den Tierhalter, sich von seinem Kleintier zu trennen. Von Tierliebe kann da wohl keine Rede sein!!!

Wer sein Tier lieb hat, sich um sein Wohlbefinden sorgt und es viele Jahre gesund halten möchte, der versucht bei Problemen stets eine Lösung zu finden. Und eine Urlaubspflegestelle läßt sich bei entsprechenden Bemühungen bestimmt finden (begrenzt nehmen auch wir im Little Animal Home Urlaubstiere auf). Natürlich kostet solch eine Urlaubspflege auch ein paar Mark, aber wer für mehrere tausend Mark in die Ferien fliegen kann, wird doch wohl auch für sein Tier ein paar Mark übrig haben?!

Naja, so sind wir jedenfalls zu unserer Lucie gekommen. Den Namen habe ich ihr noch am selben Abend gegeben. Als sie aus dem Transportkörbchen heraus durfte, wollte sie zuerst gar nicht herumlaufen. Doch dann fand sie an dieser unerwarteten Freiheit gefallen und erkundete in den nächsten Stunden die untere Etage unseres Hauses. Ein bißchen schwerfällig sah das schon aus, als die Dicke durch das Zimmer hoppelte. Als ich abends auf dem Sofa saß, kam sie und sprang in einem Satz auf das Sofa (erstaunlich das sie das schaffte!) und legte sich neben mir hin. Nanu, ist Lucie vielleicht ein Hund? Denn dieses anhängliche Verhalten ist für ein Kaninchen, das man erst wenige Stunden hat, sehr ungewöhnlich.  

Lucie entpuppte sich als überaus liebenswert, anhänglich und verschmust. Schon nach zwei Tagen reagierte sie auf ihren Namen und kam direkt angehoppelt, wenn ich sie rief. Dann stellte sie sich auf ihre Hinterbeine und streckte mir ihr kleines Köpfchen zum streicheln entgegen. Nach einer Woche versuchten wir sie mit Mommy, Daisy und Dunja zu vergesellschaften. Denn, auch so liebenswert wie ihre anhängliche Art uns gegenüber war, sollte sie doch in Zukunft artgerecht in einem Rudel leben. Zuerst hatten alle vier ein bißchen Angst voreinander, aber es gab keine Aggressivität.

Und nach ein paar Tagen der Angewöhnung verstanden sich die vier ganz prima und liegen nun kuschelnd zusammen.

Wer nun denkt, daß Lucie ihre Anhänglichkeit mir gegenüber verloren hat, nachdem sie in ihrem Rudel lebt, irrt sich. Wenn sie mich sieht, kommt sie sofort zu mir und streckt mir ihr Köpfchen entgegen. Darüber freue ich mich natürlich sehr, zeigt mir dieses Verhalten von Lucie doch eine kleine Zuneigung.

Die acht Ausgesetzten

Am letzten Sonntag im Mai 00 klingelte am späten Nachmittag das Telefon. Eine Dame aus dem Ort  fragte an, ob wir einige Kaninchen und Meerschweinchen aufnehmen könnten. Bekannte hätten bei einem Spaziergang in der Wahner Heide am Köln-Bonner Flughafen mehrere ausgesetzte Tiere gesehen. Wie viel genau, konnte sie mir nicht sagen. Natürlich sagte ich sofort zu, diese Tiere bei uns aufzunehmen. Nach dem Telefonat begann ich, die Käfige für die „Findlinge“ vorzubereiten. Gut das wir im Garten ein kleines Käfig-Lager haben, das für solche Notfälle immer noch einige Reserven bereit hält. Da ich nun gar nicht wusste, was und wie viel an Tieren auf uns zukommt sollte, habe ich erst mal vier Stück fertig gemacht.

Gegen 20.30 standen die Leute mit fünf Kaninchen und drei Meerschweinchen vor der Tür. Das Meerschweinchenmädchen war hochtragend, eines der beiden Böckchen an einem Pilzbefall erkrankt. Das jüngere Böckchen machte einen recht gesunden Eindruck. Die Säulis waren völlig verstört und haben sich bis zum nächsten Tag aus ihrem Häuschen nicht heraus getraut. Selbst zum Fressen und Trinken zeigten sie sich nicht. Sie haben aber das ganze Einstreuheu unter dem Häuschen aufgefressen und ein trockenes Brötchen hereingezogen. Ich habe das Pilzböckchen am selben Abend noch mit Mycofug eingerieben und hoffe so, den Pilz behandeln und in den Griff zu bekommen.

Die Kaninchen sahen auch nicht viel besser aus, ebenfalls Pilzbefall, große Verletzungen und sehr lange Krallen. Es sind zwei Weibchen und drei unkastrierte Böckchen. Das eine Weibchen macht ebenfalls ein recht schwangeren Eindruck! Das andere Mädchen ist wohl die Tochter, sie sehen sich sehr ähnlich, aber sie ist wohl schätzungsweise erst drei bis vier Monate alt. Die Mutti haben wir Wanna getauft und die Tochter Winni, weil sie in der „Wahner“ Heide gefunden wurden. Ist doch einleuchtend, oder? Wanna hat das linke Ohr bis zur Hälfte eingerissen, so sieht sie aus, wie ein Kaninchen mit drei Ohren. Es ist eine alte, bereits verheilte Verletzung. Winni hat den ganzen Rücken voller Wunden, eine ist fast Zweimarkstückgroß. Ich bade jetzt täglich vorsichtig ihre Rückenpartie mit einem speziellen Hautschutzmittel, um die Krusten zu lösen und so Entzündungen zu vermeiden. Ich hoffe sehr, das sie nicht schwanger ist, obwohl sie mit den Männchen zusammen war. Wenn die Wunden bei Winni einigermaßen verheilt sind, soll sie mit ihrer Mama in unser großes Rudel integriert werden.

Issak ist eigentlich ein schneeweißes Kaninchen, da er aber wohl nur in seinem eigenen Mist gesessen hat, ist er ziemlich vergilbt. Er hat rote Augen und eine hellgraue Nase. Am ersten Tag hat er nichts gefressen und ich machte mir schon ernste Sorgen. Doch am nächsten Tag nahm er schon Grünzeug zu sich und vor allem Haferflocken. Das eigentliche Körnerfutter lässt er allerdings immer noch liegen, ich werde wohl doch mal seine Zähne vom Tierarzt kontrollieren lassen.

Ansonsten ist Isaak sehr lieb und schmusig und es ist mir unerklärlich, wer so ein liebenswertes Tier so herzlos aussetzt und seinem Schicksal überlässt. Durch sein weißes Fell ist er für Raubvögel eine leichte Beute! Er ließ sich von allen Tieren am besten einfangen weil er so zutraulich ist.  Eine der Damen dieser Fangaktion hat sich bereits für eine Patenschaft für Isaak gemeldet, das freut uns natürlich sehr, da unsere Kosten für die Kaninchen stetig steigen. Nun müssen wir uns mit dem Bau des dritten Geheges richtig beeilen, und die Böckchen müssen schnell kastriert werden. Zur Zeit sitzen sie in den Käfigen, für mich ein schlimmer Anblick, denn ich kann es nicht mit meiner Tierhaltung vereinbaren, diese bewegungsfreudigen Tiere in so kleine Kisten einzusperren. Aber sie bekommen täglich im Haus ihren notwendigen Auslauf.

Der Kleinste der Findlinge ist kohlrabenschwarz und ebenfalls ganz sehr an Pilzbefall erkrankt. Das linke Vorderbeinchen und die Ohren haben kein Fell mehr. Ich schätze ihn auf ca. 6 - 8 Wochen, älter wohl kaum., ich habe sie Nelli getauft. Vom Wesen her ist sie sehr neugierig und lieb. Obwohl ich sie  mit so einem „stinkenden Zeug“ einreibe, hält sie brav still und lässt sich das ruhig gefallen. Das dritte Böckchen ist lohfarben, schwarz mit hellbraun umrandeten Augen und Ohren. Sein Zustand ist am besten, er zeigt keine Anzeichen einer Krankheit und ist putzmunter aber ich musste seine Krallen um ca. 3 cm kürzen, sie waren bereits rund gewachsen. Allerdings ist er recht frech und schnappt auch mal zu. Ich denke aber, das er sich bei uns noch umgewöhnt und freundlicher wird. Er heißt Marvin.

Ja nun sind wir auf einen Schlag um fünf Kaninchen „reicher“ geworden. Und die nächsten Tiere stehen schon an. Zwei ältere Kaninchen kommen wegen Zeitmangel durch das Baby zu uns. Aber die kommen erst, wenn das neue Gehege fertig ist.  Ja, so erleben wir immer wieder neue Geschichten mit und von Kaninchen. Nur leider ist es uns auch bewusst, das bald unsere Aufnahmemöglichkeiten zu Ende sind. Ein trauriger Gedanke, nicht allen Tieren helfen zu können. Aber mehr ist im Moment aus Platz-, Zeit- und Geldgründen leider nicht zu schaffen.

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Die kleine Kaninchenfamilie

Unsere kleine Kaninchenfamilie kam Ende Oktober 1999 zu uns. Wie es leider so oft vorkommt, wurden sie als „Kinder-Spielzeug“ angeschafft. Dann gab es unerwarteten (unerwünschten) Nachwuchs und die Kinder verloren schnell das Interesse an den Tieren und der vielen Arbeit. So wurden sie dann auf dem Balkon abgeschoben; die Kaninchenmutti mit ihren drei Kindern in einem kleinen Käfig und der Papa separat in einer  Einkaufsklappkiste.

Eines der drei kleinen Babys (sie waren gerade vier Wochen alt als sie zu uns kamen) litt an einer Fehlhaltung und war nur halb so groß wie seine Schwestern. Es hielt sein kleines Köpfchen völlig schief und drehte sich häufig im Kreis. Es war so dünn und zerbrechlich, daß ich mich gar nicht richtig traute, ihn in die Hand zu nehmen. Am nächsten Tag kam unser Tierarzt zu uns, um unseren Katzen und sieben Kaninchen die (unverzichtbaren!) Schutzimpfungen zu geben. Ich stellte ihm gleich die neue Kaninchenfamilie vor und im besonderen unser kleines Sorgenkind Fips. Er meinte, daß er wohl einen Nervenschaden im Genickbereich erlitten hätte, durch die Enge des kleinen Käfigs. Vielleicht ist wahrscheinlich ein anderes Kaninchen unglücklich auf ihn draufgesprungen. Wir sollten abwarten, wie es sich weiterentwickelte, es könnte sich im Laufe des Wachstums auch von alleine beheben.

Ganz links im Bild liegt Mommy die Mama, hinten im Bild ist Pauli der Kaninchen-Papa, vorne sitzt Fips (+), der kleine Sohn und neben ihm seine Schwestern Dunja und Daisy. Dieses Foto von Silvester 99 zeigt, daß sich Fips zu einem gesunden kleinen Kaninchen entwickelt hatte.

 Doch noch am selben Abend stellten wir fest, daß sich Fips ständig mit schiefem Köpfchen nur im Kreis drehte und sich dabei die Heuhalme um sein linkes Hinterbeinchen wickelte. Es sah gar nicht gut aus, und die Hoffnung, ihn durchzubekommen, sank. Am Sonntagmorgen hatte er wieder das ganze Hinterbeinchen mit Heu umwickelt, ein Zeichen, daß er sich wohl dauernd im Kreis gedreht hatte. So trafen wir den Entschluß, den kleinen süßen Kerl einschläfern zu lassen um ihn von seinem Leiden zu erlösen. Da es noch recht früh am Tag war, wollten wir unseren Tierarzt noch nicht anrufen. Während dem Frühstück holte ich die kleine Kaninchenfamilie auf unser Sofa. Sie waren sehr scheu und sollten sich an uns gewöhnen, daher wollte ich mich mit Ihnen intensiv beschäftigen. Und es war wie ein kleines Wunder: unser kleiner Fips rannte plötzlich auf dem Sofa auf und ab, hin und her und immer schön geradeaus. Nicht einmal mehr hat er sich im Kreis gedreht, und sein kleines Köpfchen wurde von Tag zu Tag gerader.

Der kleine Kerl hat sich im Laufe der kommenden Wochen prima erholt, ist schön kräftig geworden und von seiner Fehlstellung ist nichts zurück geblieben. Als er in das deckfähige Alter kam, trennten wir ihn sofort von seiner Mama und seinen Schwestern. Er lebt nun mit seinem Papi, der  natürlich in der Zwischenzeit kastriert wurde, und Chantou (und das ist wieder eine andere Geschichte) zu dritt in einer Männerwirtschaft. In einigen Wochen, wenn er alt und groß genug ist, wird Fips auch kastriert und anschließend werden wir die Männer und Mädels wieder zu einer großen Gruppe zusammen setzen. Leider ist es dazu nicht mehr gekommen. Fips starb im Juli 2000 an einer Infektion.

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Zu 90% zeugungsunfähig = 7 Babys

1998

Als das Zwergkaninchen Felix zu uns kam, (weil der neue Vermieter des damaligen Besitzers angeblich die Haltung des Tieres in seiner Wohnung nicht duldete) war er krank. Sein Pipi war sehr dunkel verfärbt, so daß ich mit ihm zum Tierarzt bin. Er wurde geröntgt, bekam Tropfen und heute geht es ihm wieder sehr gut. Bei der ersten Untersuchung stellte der Tierarzt jedoch eine Verwachsung fest, die ihn zu 90 % zeugungsunfähig machte.

Als nun unser liebes Kaninchen Amadeus starb, hatten wir Bella und Felix beide noch getrennt in Käfigen. Jedoch als unser schönes, großes Freilandgehege fertig war, habe ich mich entschlossen, das "Restrisiko" von 10 % einzugehen und habe beide zusammengesetzt. Naja, und dann kam’s, wie es nicht geplant war: ohne irgendwelche für uns erkennbare Anzeichen hat Bella eines Tages, um genau zu sein am 24.7.1998, sieben kleine Babys geboren.

Laut Fachliteratur werden Kaninchenmütter, wenn sie trächtig sind, aggressiv und angriffslustig. Nicht so Bella. Ich saß am Abend vorher noch bei ihr, hatte sie auf dem Arm und habe mit ihr wie immer lieb geschmust. Bella war genau so sanft und freundlich wie sonst, es war keine Veränderung an ihr festzustellen. Nun gut, sie war etwas dicker, aber ich füttere ja immer recht großzügig!

Am nächsten Tag bemerkte ich im Gehege lauter Fellbüschel. Mein erster Gedanke war, daß Felix und Bella sich gestritten hatten. Doch dann sah ich auch Fell im Stall liegen und ahnte schon .....Und dann sah ich meine "Ahnung" als nackte Tatsachen vor mir liegen!!! Ja, die 10 % hatten ausgiebigst gereicht, sieben kleine Kaninchenbabys zu zeugen.

Heute, im Alter von drei Wochen, unternehmen sie ihre ersten Ausflüge aus dem Stall in das Gehege, sie mümmeln schon am Gras, lutschen an den Körnern und sehen einfach zu niedlich aus. Bella und Felix haben sich viel Mühe bei der "Herstellung" der Farben gegeben; so haben wir ein schwarzes, ein hellbraunes, ein graumelliertes, ein weiß-schwarzes (wie der Papa), ein hellgrau-weißes Baby. Und dann gibt es noch die "Zwillinge",sie sehen fast gleich aus: die vordere Hälfte ist ganz weiß, die hintere Hälfte leicht grau gefärbt.

 

Die neuen Außengehege für unsere Kaninchen

Das Außengehege im WinterDas Außengehege im Winter, mit viel Heu und Stroh ausgelegt

Als mein Mann und ich uns zur Gründung des Little Animal Home entschlossen hatten, planten wir ursprünglich nicht, Kaninchen aufzunehmen. Der Grund dafür lag darin, dass wir die Käfighaltung von Kaninchen absolut ablehnen. Diese so bewegungsfreudigen Tiere in 1,20 x 60 cm einzusperren, vielleicht mit einer Stunde Auslauf am Tag, konnten wir mit unserer Einstellung zur artgerechten Tierhaltung nicht vereinbaren.

Doch zeigte sich seit Beginn unseres Tierheimes schnell, dass gerade der Abgabebedarf bei Kaninchen sehr groß war. Und zu unserem ersten Kaninchen kamen wir völlig ungewollt:  eine junge Frau kam mit "Felix" zu uns, obwohl wir ihr bereits am Telefon sagten, wir würden keine Kaninchen aufnehmen. Sie lief uns im Garten mit Felix auf dem Arm hinterher und bettelte darum, dass wir ihn behielten, denn der Vermieter ihrer neuen Wohnung würde die Tierhaltung verbieten. Sie käme selbstverständlich für die Kastrationskosten auf und sie würde uns regelmäßig eine Spende zukommen lassen. So wurden wir richtig überrumpelt. Da die Frau den Eindruck erweckte das Kaninchen einfach irgendwo hinzusetzen wenn wir es nicht aufnahmen, entschieden wir uns kurzfristig, Felix zu behalten.

Das ist Felix an dem Tag, als er zu uns kam. Er war sehr krank und für sein Alter viel zu klein.

Er wurde in einer winzigen Käfigschale abgegeben und war zudem noch sehr krank, so dass ich am nächsten Tag wieder einmal zum Tierarzt fuhr. Er hatte zum einen Verdauungsprobleme, Schnupfen und eine Nierenerkrankung.  Und natürlich musste ein größerer Käfig her.

Doch es dauerte nicht lange und auch dieser Käfig erschien uns für ein Kaninchen viel zu klein. So wurde der erste Bau eines Kaninchengeheges in unserem  Garten geplant.

Es sei zu dieser Geschichte noch zu erwähnen, dass die Frau  nach Zusendung der Tierarztrechnung  über die Kastration sich nie wieder bei uns gemeldet hat, wir bekamen keine Kosten ersetzt und eine Spende erreichte uns ebenfalls nie!

Das es natürlich nicht bei einem Kaninchen blieb, war uns schnell bewusst, denn Felix sollte nicht alleine bleiben. Als nächstes kam Bella zu uns, die leider an einer schweren Krankheit einige Monate später verstarb.

Siehe Geschichte: Bellas Tod

Doch vorher beglückte sie uns unerwartet mit sieben kleinen Kaninchenbabys:

Amadeus, Annabelle, Belmondo, Belinda, Cäsar, Denis, und Jack.

Spielen macht müde! Black is beautiful
Ganz der Papa! Lass mich SOFORT wieder runter!

Unser erstes Gehege im GartenUnd so ging es dann weiter, immer wieder kamen Anrufe zwecks Abgabe von Kaninchen. Die Gründe waren überwiegend Allergien, Vermieterverbote und Desinteresse der Kinder. So wurde das erste Außengehege bald viel zu klein. Die Art seiner Bauweise mit aufklappbarem Deckel hatte sich zudem bei der Fütterung und Pflege in den Wintermonaten als äußerst unpraktisch erwiesen.

 

Auf dem Bild im Vordergrund seht ihr Felix, den Kaninchenpapa, und auf dem Häuschen sitzt Bella, die Kaninchenmama.

Als wir im Herbst 1999 weiter Kaninchen bekamen, die nun den Winter im Haus verbringen mussten, improvisierten wir auf dem Flur im 1.Stock ein Kaninchenauslaufgehege. Dort hatten die Kaninchen ausreichend Platz zum rumhoppeln und laufen.

Während der Wintermonate hatte wir genügend Zeit, uns mit dem Bau-Plan neuer Kaninchenaußengehege zu beschäftigen. Sie mußten für die anfallenden Arbeiten wie Reinigung, Versorgung und Betreuung der Tiere begehbar sein, dies war eine der wichtigsten Voraussetzungen. Zum anderen mussten sie stabil und sicher gegen Raubtieren hergestellt werden, denn wir hatten in unserem Garten hin und wieder einen Fuchs gesehen. Wind- und regengeschützt sollte das auch Gehege sein, denn dies gehört selbstverständlich  zu einer verantwortungsbewussten Ganz-Jahres-Außenhaltung von Kaninchen. Da konnte dieses "Linoleum"-Provisorium keine Lösung auf Dauer sein.

Nach Beendigung dieser intensiven Planung wurde ein Hersteller von Gitterelementen beauftragt, Maß zu nehmen und die speziellen Teile anzufertigen. Kurz vor Karneval 2000 wurden sie dann endlich geliefert und mein Mann nahm sich eine Woche Urlaub und baute die Gehegeelemente zusammen.

Und dann kam endlich der ersehnte Augenblick: die erste Kaninchengruppe bezog ihr 4 qm großes Gehege. Dieser Moment gehörte mit zu den schönsten Erlebnissen unserer Tierheimarbeit. Zu sehen, wie die kleinen Hoppler durch das Gehege flitzen, im Sand ein Loch buddeln und sich dann vor Wonne hinein fallen lassen. Oder ganz gemütlich auf ihren Schlafhäuschen dicht aneinandergekuschelt liegen.

Von links: Belinda, Cäsar, Annabelle, Belmondo und Felix.

Zwei Wochen später wurde das zweite Gehege fertig und jene Kaninchen, die den Winter über im Haus verbracht hatten, zogen ein. Auch hier war es wieder ein Freude zuzusehen, wie sehr den Tieren dieser Umzug gefiel. Leider dauerte es nur 6 Monate und dieses Gehege war mit 24 Kaninchen fast schon überbelegt.

Da alle Kaninchen recht klein waren und sich gut miteinander vertrugen, konnte diese Anzahl akzeptiert werden. Wir haben die Erfahrung gemacht, je größer die Anzahl der Tiere ist, die miteinander in einem Gehege sitzen, desto sozialer und friedlicher leben sie zusammen. Hin und wieder gibt es mal kleine Jagereien, die ohne Blutvergießen ablaufen und nur mal ein Büschel Fell kosten. Anschließend liegen sie wieder friedlich dösend zusammen.

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Bilder vom neuen Gehege (anklicken für größere Ansicht)

Schwieriger  zu vergesellschaften hingegen sind Einzeltiere oder Zweiergruppen, hier wird ein weiterer Artgenosse meist selten geduldet. Die Tiere müssen bei einer Zusammenführung genügend Platz haben, sich aus dem Weg gehen zu können. Die Käfighaltung bietet keine Fluchtmöglichkeit, durch den Platzmangel steigt die Aggressivität der Tiere untereinander. So kommt es in der privaten Haltung immer wieder zu Misserfolgen bei dem Versuch, ein neues Tier mit dem „alteingesessenen“ zu vergesellschaften.

Bei uns verläuft jedoch auch nicht jede Eingliederung eines neuen Tieres völlig unproblematisch. Manche Kaninchen haben große Angst wenn sie plötzlich so vielen Artgenossen gegenüberstehen. Sie rennen hektisch davon, sobald ein anderes Kaninchen „aus Versehen“ in ihre Nähe kommt. Doch nach einiger Zeit, es kann ein paar Tage oder auch bis zu vier Wochen dauern, merken sie, dass ihnen gar nichts passiert. Mit der Zeit werden sie in der Gruppe zunehmend gelassener und ruhiger und irgendwann sitzen sie dann ganz zufrieden zusammen in dem Kaninchen-Pulk am Futtertresen!


eines unser süßesten Schnuckelchen: Snoopy

Und  dann gibt es die ganz unproblematischen: sie setzt man in das Gehege, sie hoppeln ein bisschen umher und setzen sich neben die anderen, als ob sie schon immer mit dabei gewesen wären. So verlief es zum Beispiel mit unserem „Killerkaninchen“ Cindy, sie fühlte sich von der ersten Sekunde an in der Gruppe sehr wohl.

Die acht Ausgesetzten

Dagegen hatten wir es mit der Eingliederung mit unserer Winnie in diese Gruppe sehr schwer. Nachdem ihre Wunden abgeheilt waren, durfte sie endlich mit in das große Gehege. Sie zeigte große Angst vor den anderen und geriet regelrecht in Panik, wenn eines der Tiere auf sie zukam. Ich dachte, dass es sich im Laufe der Zeit geben würde, doch die Situation wurde immer schlimmer. Sie raste völlig von Sinnen durch das Gehege, knallte gegen die Gitter und blieb mit weit aufgerissenen Augen liegen. Natürlich nahm ich sie aus der Gruppe heraus und setzte sie mit einem kastrierten Böckchen wieder in einen Käfig. Wir wollen nun versuchen, sie mit einer kleineren Gruppe in das Rudelleben einzugewöhnen.

Nachdem nun die beiden vorhandenen Gehege bereits übervoll waren, lag es nahe noch ein weiteres Gehege anzubauen. Diese wird voraussichtlich im Herbst 2000 fertig sein. Dann können wir noch weiteren 20 Kaninchen ein schönes Zuhause geben. 

Der tragische Tod unserer Kaninchenmama Bella

Nachdem wir uns bei verschiedenen Kaninchenzüchtern und -halter über die Freilandhaltung von Hauskaninchen im Winter erkundigt hatten, beschlossen wie, Bella und Felix in ihrem großen Gehege mit Holzstall den Winter über im Garten zu lassen. Als die ersten kalten Tage und Nächte kamen, wurden unsere Langohren dicke hoppelnde Fellbüschel; sie bekamen ein ausgeprägtes Winterfell mit dichter Unterwolle. Mit dieser "Winterausrüstung" konnten sie nun gut die kalte Jahreszeit draußen verbringen.

Eines Mittwochnachmittags im November kam ich von der Arbeit und ging zu den Beiden hinaus in den Garten. Mit schrecken stellte ich fest, daß Bella ganz verquollene Augen hatte und schwerste Atemgeräusche von sich gab. Ich war völlig entsetzt, da sie am Vorabend noch ganz gesund und munter war. Ich nahm sie mit Felix sofort ins Haus, setzte Felix im Wintergarten in einen Käfig und Bella im Wohnzimmer auf das Sofa. Sie gefiel mit gar nicht, wollte nichts fressen und trinken, ihr Röcheln hörte sich furchtbar an. Ich setzte sie an diesem Abend mehrfach unter die Rotlichtlampe und ließ sie die Nacht über im Wohnzimmer. Sie bewegte sich kaum, blieb nur in einer Ecke auf dem Sofa sitzen. Meine erster Gedanke war natürlich, daß sie sich nun doch erkältet hatte, da es die letzten Nächte Frost gegeben hatte. Ich machte mir die größten Vorwürfe, das wir die Beiden nicht ins Haus geholt hatten, sondern im Freilandgehege überwintern lassen wollten. Ich sah mehrfach nach Felix, in der Angst, er hätte sich ebenfalls erkältet, aber er war munter, fraß und hoppelte sichtlich zufrieden in dem Käfig umher.

Am nächsten Morgen fuhr ich mit Bella, noch vor der Arbeit, sofort zum Tierarzt. Die Diagnose war niederschmetternd. Es handelte sich leider nicht nur um eine einfache Erkältung, unsere kleine Bella hatte sich mit dem gefürchteten Kaninchenschnupfen infiziert. Diese Gefahr einer Erkrankung besteht immer bei Tieren, die im Garten und Freilandhaltung leben. Mein Tierarzt beruhigte mich insofern, daß unsere Haltungsweise nicht Schuld an Bellas Krankheit ist, sondern daß sie durch irgendeinen unglücklichen Umstand diesen Virus aufgefangen hat.

Erschwerend kam hinzu, daß diese Krankheit auch für unsere anderen Tiere hochgradig ansteckend war und die Heilungsaussichten nicht die besten sind. Trotzdem sollte Bella ihre Chance bekommen, bekam eine Spritze und ich Medikamente mit nach Hause, die sie zweimal täglich bekommen mußte. Hinzu kam eine absolute Trennung von allen anderen Tieren, täglich mehrfache Fütterung eines Nährbreies mit Spritze, gründliches Händewaschen nach dem Kontakt mit ihr und die verzweifelte Hoffnung, daß sie es doch überstehen möge.

Am nächsten Tag abend fuhr ich mit Bella wieder zur Kontrolle zum Tierarzt und er meinte, die Verschleimung in der Lunge hätte sich etwas zurückgebildet. So wuchs in mir die Hoffnung, daß es Bella schaffen würde. Doch sie wollte immer noch nicht selbständig Fressen, nahm aber bereitwillig den Brei in der Spritze auf. So saß ich an diesem Novemberwochenden täglich 6 bis 7 Mal im Badezimmer, das Bella nun ganz für sich hatte, und fütterte sie mit den unterschiedlichsten Milupabreisorten, angerührt mit frisch gepreßtem Möhren- und Apfelsaft. Montagabend ging es wieder zur Nachuntersuchung zum Tierarzt und er stellte erfreut fest, daß der Schleim in der Lunge fast nicht mehr vorhanden war, auch die Atmung hörte sich ein wenig besser an. Voller Optimismus fuhr ich mit meiner Bella nach Hause. Die Zwangsfütterung jedoch mußte ich noch beibehalten, sie wollte immer noch nicht von sich aus Nahrung aufnehmen.

Als ich am Mittwochabend zu ihr in das Badezimmer kam, es war Zeit für die nächste Fütterung, lag sie ganz merkwürdig langgestreckt an der Wand. Ich ging zu ihr hin, streichelte sie, doch plötzlich sprang sie völlig unkontrolliert in dem Badezimmer umher, knallte gegen Wand und Tür, schlug wieder auf den Boden... es war fürchterlich! Ich versuchte natürlich sie zu nehmen und zu beruhigen, aber sie war wie von Sinnen und ich total fertig mit den Nerven. Im ersten Moment dachte ich, das es eine Erstickungsanfall war, jedoch war die Atmung verhältnismäßig ruhig. Ich rief sofort meinen Tierarzt an, da es bereits ca. 20.00 Uhr war, erreichte ich nur den Anrufbeantworter. So versuchte ich anderweitig einen tierärztlichen Notdienst zu erreichen, da ich nicht wußte, wann und ob sich mein Tierarzt noch an diesem Abend melden würde. Nun mußte ich aber feststellen, daß es in der Woche keinen Notdienst für Tiere gibt! Man muß solange die Tierärzte in näherer Umgebung antelefonieren, bis sich jemand findet, der bereit ist, zu helfen. Leider fand ich auf diesem Weg keine Hilfe. Bella hatte sich inzwischen wieder etwas beruhigt, doch ich hatte Angst, daß diese Anfälle wieder einsetzten und wollte sie keineswegs in diesem Zustand bis zum nächsten Morgen belassen. Nun plante ich schon die Fahrt in eine Tierklinik, da klingelte das Telefon und meine Tierarzt meldete sich. Ich schildert ihm die Umstände und er sagte, ich sollte sofort mit ihr in die Praxis kommen. Als ich mit Bella in der Praxis eintraf, war es mittlerweile nach 22.00 Uhr geworden,. Die Diagnose war niederschmetternd; der Virus war auf die Hirnhaut übergegangen und Nerven bereits so sehr geschädigt, das Bella epileptische Anfälle hatte, eine Heilung war ausgeschlossen.

Der Tod war die einzige tiergerechte Lösung für Bella, sie wurde eingeschläfert während ich sie streichelte, streichelte, ..... Manchmal ist es sehr, sehr schwer, ein kleines, privates Tierheim zu haben.

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Das ist Heike - rechts mit der kleinsten
und links mit der größten Ausgabe eines Kaninchens im Little Animal Home


Auslauf auf unserer Fensterbank im Wohnzimmer

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Das ist Löffel, unser Riesenkaninchen

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Unsere Belinda mußte aufgrund einer schweren Erkrankung der Hornhaut das linke Auge entfernt werden. Die Operation verlief sehr gut und heute ist es gut verheilt, komplett mit Fell zugewachsen. Belinda hat sich sofort wieder in ihre Gruppe eingelebt, ihr macht diese Behinderung keine Probleme.

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gebrochenes Beinchen bei Bim-Bam Bienchen


Snoopy + Chantau


Hermelinchen + Anschy


Unsere Kaninchen Weihnachten 2000


Eddy, Marvin + Bunny


Löffel und Lukas