Die kleine Charly
Im Februar 2001 erhielten wir
einen Anruf mit der Anfrage, ob wir einen kleinen Hamster aufnehmen würden. Der
Grund: ein erst zweijähriges Kind hatte den Hamster zu Weihnachten geschenkt
bekommen (!) und kann nun gar nichts mit dem Tier anfangen. Das Tier würde sofort
zubeißen, wenn es den Finger an die Käfigstäbe hält. Ich merkte sofort, dass
es für den Hamster sehr unglückliche Lebensumstände waren und sagte eine
Aufnahme in unserem kleinen Tierheim zu. Als der kleine Kerl gebracht wurde,
bekam ich erst einmal einen großen Schreck: ich hatte noch nie so ein
abgemagertes Kerlchen gesehen. Die Beinchen waren nur Haut und
der kleine Kerl durch das ständige Kindergeschrei so nervös geworden. Das
mitgegebene Futter war voller Mottengespinste und sah sehr alt und ranzig aus.
Von Nährstoffen war da wohl keine Spur mehr enthalten. In den ersten Wochen kam
Charly (die übrigens vom Knaubermarkt in Bensberg als Männchen verkauft wurde,
aber ein Weibchen ist!!!) sofort aus ihrem Häuschen gerannt, wenn sie
Geräusche hörte. Sie hatte eine unwahrscheinliche Unruhe in sich und rannte
dann in ihrem Käfig die Leiterchen ganz hektisch rauf und runter.
Mit der Zeit nahm sie an Gewicht zu (sie bekam in den ersten Wochen eine Spezialfuttermischung wegen ihres schlechten Gesundheitszustands) und das Fell wurde dicht und seidig. Heute wiegt sie gute 100 g und lässt sich nicht mehr so schnell aus der Ruhe bringen. Abends läuft sie zusammen mit unseren Meerschweinchen in deren Gehegen und hamstert alles, was sie dort an Leckereien finden kann. Nach einer Stunde ist sie dann so müde, dass sie freiwillig in ihren Käfig zurück kehrt. Ich weiß nicht, wie lange Charly unter den schlechten Umständen bei den Vorbesitzern noch gelebt hätte, gut, dass sie zu uns gekommen ist!



Hamster "Freitag", der Fernsehstar
Eines Tages erhielt ich einen
Anruf des Fernsehsenders PRO 7 mit der Anfrage, ob wir einen Hamster nach
beendeten Dreharbeiten aufnehmen könnten. Für die Sendung "Bizz" war eine
Reportage geplant, bei der ein Hamster zu sehen sein sollte. Natürlich sagte
ich mal wieder zu und so kam "Freitag" an einem Samstag zu uns ins Little
Animal Home. Schon bei seiner Ankunft sah ich, dass er Durchfall hatte und war
sehr besorgt. Vielleicht war die Aufregung der Dreharbeiten an der Erkrankung
schuld, die der kleine Kerl hinter sich hatte. Er wurde dem Fernsehteam im
Zooladen als Männchen verkauft, aber es war eine kleine Dame. Da sie mit den
anderen Männchen im Käfig gesessen hatte, hoffte ich sehr, dass sie noch zu
jung war, um trächtig zu sein.
Doch nun machte mir erst einmal der Durchfall große Sorgen, denn bei Hamstern
kann dieser schnell zum Tod des Tieres führen. Nach Rücksprache mit meinem
Tierarzt bekam Freitag ein Antibiotikum und schwarzen Tee. Da das Antibiotikum
sehr die Darmflora schädigt, gab ich gleich ein entsprechendes Präparat zur
Stärkung des Organismus. Bereits nach zwei Tagen war eine deutliche Besserung
zu erkennen, der Po war nicht mehr so verklebt, aber fester Kot noch nicht zu
sehen. Doch die Kleine hatte einen guten Appetit und das machte mir Hoffnung,
sie gesund zu bekommen. Nach einer Woche war alles überstanden. Sie hatte gut
zugenommen (von 51 auf 73 g ) und der Kot war fest und schwarz. Die kleine
Freitag konnte man am 13. März 2001 im Fernsehen bewundern. Dort wurde sie für
Außenaufnahmen auf eine Wiese gesetzt, ein Glück, dass sie nicht fortgelaufen
ist. Aber als ich die Fernsehaufnahmen sah, wurde mit klar, woher der Durchfall
stammte: sie hatte sich bei den Außenaufnahmen und kalten Temperaturen auf der
nassen Wiese eine Blasenentzündung geholt, die im weiteren Verlauf den
Durchfall zur Folge hatte. Schwanger war sie zum Glück nicht !!!
Der Ausflug (1999)
Eines Sonntagmittags bemerkte ich in einem der Meerschweinchengehege etwas kleines, Graubehaartes zwischen den anderen Meerschweinchen sitzen. Mein erster Gedanke war: das ist ein Baby. Aber von wem und vor allem WIE? Denn die beiden Männchen Tom und Jerry waren ja kastriert!
Doch dann begriff ich: das war kein Meersäulibaby, das war mein Hamster Maxi!
Ich hatte wohl am Vorabend beim Füttern seinen Käfigdeckel nicht richtig verriegelt, und so ist er herausgeklettert und von ca. 1,50 Höhe in das Gehege der Meersäulis gefallen. Dort mußte er nun schon einige Stunden mit ihnen zusammengelebt haben, ohne daß sie ihm etwas getan haben. Im Gegenteil, er lief mit ihnen zusammen herum, als ob er schon immer dazu gehörte. Sie schnupperten sich gegenseitig ab, suchten ohne Beißereien gemeinsam nach Futter in der Streu und knabberten zu zweit an einem trockenen Brötchen.
Wenn Hamster keine nachtaktiven Tiere wären, hätte ich Maxi bei seinen neuen Freunden ohne Gefahr lassen können. Doch da er dort tagsüber nicht schlafen und somit sein artgerechtes Verhalten nicht ausleben kann, mußte er leider wieder zurück in seinen Käfig. Aber nun kommt er hin und wieder abends zu seinen neuen Freunden, den Meerschweinchen, um dort seinem Lauf- und Beobachtungsdrang nachkommen zu können. Außerdem findet sich in dem Streu noch das ein und andere Korn zum hamstern!
Der Hamsterkäfig
Nachstehend abgebildeter Käfig mit zwei Wohnetagen hat eine geeignete Größe für die Unterbringung eines Hamsters. Vorausgesetzt, der Hamster bekommt zusätzlich täglich ausreichend Freilauf!
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Größe: 58 cm x 38 cm x 59
cm
(Anmerkung: Das Laufrad in diesem Käfig ist nicht für die Hamsterhaltung geeignet!) |
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Größe: 42 cm x 32 cm x 26
cm
Dieser Käfig ist für eine Hamsterhaltung strikt abzulehnen!! Er ist viel zu klein! |
Für Kleinnager kann der zur Verfügung gestellte Raum eigentlich niemals zu groß sein. Das Verhältnis von Preis des Nagerheims zu Preis des Bewohners (problematisch ist hier ja bereits, den Wert des Lebewesens in Geld zu messen) ist der falsche Denkansatz, denn es geht um tiergerechte Haltung der uns anvertrauten Lebewesen. Optimale Maßstäbe im Lebensraum für Kleinnager setzt ein Heim mit einer Mindestgröße von 120 x 66 x 60 cm., dabei sind leider die Abstände der Gitterstäbe für Hamster oft zu weit.
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Unsere Hamster bekommen in den großen Meerschweinchengehegen täglich Auslauf. Dort hamstern sie ordentlich Futter und andere Leckereien ein und die Tiere vertragen sich sehr gut miteinander. Hier ist unsere Becki, eine schwarz-weiße Hamsterdame, neben v. l. Tina, Maxi und Fiorina. |

Und hier eine Auswahl unserer "unerwarteten" Hamsterbabies. Beim Saubermachen des Käfigs meiner Hamsterdame Lady entdeckte ich ganz überraschend in dem Häuschen vierzehn (!) frischgeborene kleine Babies. Das Lady in den vergangenen Tagen recht dick wurde, habe ich meiner sehr reichhaltigen Fütterung zugeschrieben. Da sie ein Abgabetier war, wußte ich über ihr "Vorleben" nichts genaues.
Nach drei Tagen stellte ich fest, daß elf der Babies sich prächtig entwickelten, drei waren wohl zu schwach und nicht lebensfähig gewesen. Aber selbst elf Junge sind schon eine stattliche Zahl, wie mir Tierarzt und Fachliteratur bestätigten. Wahrscheinlich lag die gute Fruchtbarkeit von Lady an dem abwechslungsreichen und vitaminreichen Futter, daß Lady und alle anderen Tiere jeden Tag bekommen.

Nach der ersten Woche entwickelte sich so langsam das Fell und ich konnte erkennen, daß die Babies bunt gescheckt wurden. Als die Zeit der Trennung kam, (Weibchen und Männchen!) nahm meine Freundin Susanne drei Kleine zu sich nach Hause, die anderen Hamsterbabies sind alle in unserem Heim geblieben, zwei Töchter sind nun bei der Mama, die anderen wurden in vier Gruppen aufgeteilt, um Streitigkeiten zu vermeiden, da Hamster eigentlich Einzelgänger sind.
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Goldie, einer der ersten Heimbewohner |
ein hamstergerechtes Laufrad - da kann der Hamster normal laufen ohne den Rücken durchdrücken zu müssen |