Katzenbaby Lissy wurde in der Mülltonne auf einem Parkplatz einer Autobahnraststätte mit knapp fünf Wochen gefunden. Durch die Rücksichtslosigkeit der Menschen mußte dieses Tier so leiden, da sie sehr krank war, doch mit viel Mühe und noch mehr Liebe ist sie wieder gesund geworden. Doch kamen auf uns Tierarztkosten in Höhe von ca. 500,-- DM zusammen.
Möglichst große Käfige ist unser Anliegen für die Unterbringung unserer Heimtiere. Oft werden die Tiere in viel zu kleinen Käfigen abgegeben, wir kaufen dann größere, damit die Tiere sich wohler fühlen und eine bessere Lebensqualität haben.
Natürliche Materialien werden als Einrichtungsgegenstände verwendet. Dazu gehören Heu, Stroh, Zweige und Äste von Obstbäumen und Tannen, Rindenstücke, Hanf- und Bastfäden. Plastik wird nur bei den Ratten aus Gründen der Hygiene verwendet.
Zusätzlicher Auslauf ist für unsere Hamster selbstverständlich. Sie dürfen abwechselnd in den großen Meerschweinchenbecken ihren Bewegungs- und Erkundungsdrang ausleben, und sie vertragen sich sehr gut miteinander.
Der Futterverbrauch ist bei dieser Anzahl Tiere recht umfangreich, Körnerfutter wird daher in guter Qualität direkt in 25 kg Säcken gekauft. Bei den anderen Futtermitteln wie z. B. Knabberstangen und Joghurtdrops wird auf das preiswerteste Angebot im Zoofachhandel geachtet. Unser Kleiderschrank wurde zur Futterkammer umfunktioniert.
Die fertigen Futtermischungen sind in ihrer Zusammensetzung nicht immer so, wie wir es gerne für die Tiere hätten. So werden für die einzelnen Arten die Mischungen auf die speziellen Bedürfnisse abgestimmt durch die Ergänzung von Müsli, Sämereien, Katzentrockenfutter, Sonnenblumenkernen und Haferflocken ergänzt.
Frischfutter gehört zur täglichen Fütterung. Im Frühjahr / Sommer gibt es viel frisches Gras, in den Wintermonaten wird täglich Möhren, Kohlrabi, Salatgurke, Paprika, Äpfel, Chicorée, Fenchel und Sellerie vieles mehr abwechselnd gefüttert.
Gekocht wird zwei bis drei Mal in der Woche für die Ratten. Sie bekommen Reis, Nudeln oder Kartoffeln mit Alete oder Hipp Gläschen gemischt. Ab und zu gibt es auch mal Milchreis, den lieben sie über alles. Wenn schon ein Leben im Käfig, dann wenigsten mit leckerer Verpflegung! Und es macht sehr viel Freude diese Nahrung zu füttern, wenn man weiß, wie gut es ihnen schmeckt!
Sauberkeit ist bei der großen Anzahl an Tieren von enormer Wichtigkeit. Bei allen 60 Käfigen werden täglich die "Pipi-Ecken" kontrolliert und jeder Käfig wird einmal wöchentlich komplett gesäubert und mit Sagrotan ausgewaschen. Nur mit dieser Sorgfalt lassen sich Krankheiten vermeiden.
Urlaub ist für uns nicht möglich: erstens würden wir unsere Tiere viel zu sehr vermissen, wir möchten gar nicht weg von ihnen, zweitens gibt es niemanden, der die ganzen Tiere versorgt und drittens haben wir wegen unserer Tiere kein Geld für einen Urlaub übrig!
Der tägliche Zeitaufwand beträgt im Durchschnitt 4 Stunden, wobei es wochentags mal weniger ist, aber der Samstag und Sonntag dafür fast ganztägig dafür vorgesehen ist. Dazu gehören die tägliche Futterzubereitung, der Einkauf der Futtermittel, das Säubern der Käfige und die häufig anfallenden Tierarztbesuche. Und natürlich, nicht zu vergessen, die Schmuse- und Spielstunden mit den Tieren.
Neue Tierzugänge werden erstmal gründlich auf Krankheiten untersucht und einige Tage in Quarantäne gesetzt. Wir untersuchen selber auf Pilzerkrankungen, untersuchen die Kotproben mittels Mikroskop. Bei Verdacht auf Unregelmäßigkeiten geht’s mal wieder ab zum Tierarzt. Diese eigenen Voruntersuchungen sind sehr wichtig, um das Einschleppen von Krankheiten und die Ansteckung der anderen Tieren zu vermeiden.
Die Versprechen der Leute - die Tiere bei uns abgegeben haben - eine Patenschaft für ihr Ex-Tier zu übernehmen, wurden bis auf wenige Fälle leider nicht eingehalten. Auch die Versprechen, die Kastrationskosten zu tragen, wurden nur in einem Fall übernommen. Häufig kommen die Tiere auch ohne Käfig, so daß wir dann erst mal einen neuen Käfig kaufen müssen. Die Versprechen der Leute sind meist nur leeres Geschwätz, darüber bin ich oft sehr enttäuscht.
Handzahm sind leider nicht alle Tiere, die zu uns kommen. So ist das manchmal mit dem Saubermachen der Käfige nicht einfach und recht zeitaufwendig. Daher wären diese Tiere auch nicht mehr vermittelbar, denn wer will einen bissigen Hamster oder Ratte, oder ein scheues Meersäuli? Da geht man doch lieber in den Zooladen und kauft was Neues, Ungebrauchtes!
Das Rattenrudel aus der Dachwohnung ist in der Beziehung Bissigkeit unser größtes Problem. Sie wurden von der Mieterin im Hochsommer einfach in der Wohnung zurückgelassen - halb verhungert und ohne Wasser. Sie haben ihre Einrichtung des winzigen Käfigs vor Hunger aufgefressen. Leider sind die schlechten Erfahrungen in ihren ersten Lebenswochen nicht wieder zu ändern, sie bleiben trotz größter Mühe ängstlich, scheu und leider bissig bis aggressiv.
AUA, AUA... Auch das kommt bei der Betreuung von so vielen
Tieren hin und wieder vor: man wird von den nicht ganz so zahmen Tieren schon
mal gebissen.
So geschah es mir eines Freitagabends mit
unserem unkastrierten Rattenmännchen Benny. Als ich ihn von einem Ausflug im
Badezimmer wieder zurück in seinen Käfig tragen wollte, bekam er plötzlich
einen "Anfall" und biß sich in meinem linken Zeigefinger so fest, daß
ich zum Arzt mußte und eine Woche nicht arbeiten konnte. (1998)